Trump bläst Reise ab – Iran-Diplomatie im Schwebezustand
Im Ringen um ein Ende des Iran-Kriegs ist nach der abgesagten Reise der US-Delegation weiterhin kein Fortschritt in Sicht. Zum zweiten Mal binnen einer Woche reisten die Verhandler der USA anders als geplant doch nicht nach Pakistan, um in einer zweiten Verhandlungsrunde mit dem Iran über ein Ende des Krieges zu beraten. US-Präsident Donald Trump begründete den Schritt mit zu langer Reisezeit und einem inakzeptablen Vorschlag des Irans.
Teheran hingegen hatte schon zuvor signalisiert, nicht an direkten Verhandlungen mit der US-Seite teilnehmen zu wollen. Aussenminister Abbas Araghtschi reiste zwar nach Pakistan, allerdings nur, um die pakistanischen Vermittler zu treffen. Der Besuch in Islamabad sei «sehr fruchtbar» gewesen, schrieb Araghtschi auf der Plattform X, er habe seine Ideen für eine dauerhafte Beilegung des Krieges übermittelt. In Richtung USA sagte er: «Es bleibt abzuwarten, ob die USA es mit der Diplomatie wirklich ernst meinen.»
Drohen jetzt erneute Kämpfe?
Nach der abgesagten Reise befindet sich die Diplomatie zur Beendigung des Krieges im Schwebezustand. Wann oder ob eine zweite Verhandlungsrunde stattfinden soll, ist völlig unklar. Trump schrieb mit Blick auf die Islamische Republik, es gebe «innerhalb ihrer ‹Führung› enorme interne Streitigkeiten und Verwirrung.» Niemand wisse, wer das Sagen habe, «nicht einmal sie selbst».
Auf die Frage, ob die USA nun wieder zu den Waffen greifen, sagte Trump dem Portal «Axios»: «Nein. Das bedeutet es nicht. Wir haben noch nicht darüber nachgedacht.» Der republikanische Senator Lindsey Graham sprach von einer weisen Entscheidung des Präsidenten und sagte, Trump gehe auf dem diplomatischen Weg die «Extrameile». Wenn nötig, sollten die USA ihre Angriffe auf den Iran aber wieder fortführen.
Geplant war zuvor, dass der US-Sondergesandte Steve Witkoff gemeinsam mit Trumps Schwiegersohn Jared Kushner nach Islamabad reist, Vizepräsident JD Vance sollte anders als in der ersten Runde nicht dabei sein. Die Iraner hätten darum gebeten, persönlich zu sprechen, teilte Karoline Leavitt, Sprecherin des Weissen Hauses, am Freitag mit. Trump sagte nun, die lange Reise lohne sich nicht, nur um sich mit iranischen Verhandlern zu treffen, von denen vorher «niemals jemand gehört hat».