Trump bestätigt, um Überprüfung gebeten zu haben
Die Einflussnahme von Donald Trump bei der durch die FIFA aufgehobenen Sperre für den amerikanischen Topstürmer Folarin Balogun ruft viel Kritik hervor.
Dieser in der jüngeren WM-Geschichte beispiellose Vorgang ist jetzt schon ein Politikum – und hat das Zeug, für Konsequenzen weit über den Fall Balogun hinaus zu sorgen. Präsident Donald Trump bestätigte am Montag am Rande eines Anlasses im Weissen Haus, dass er bei FIFA-Chef Gianni Infantino angerufen hat, um sich für eine Aussetzung der Rot-Sperre von Balogun für den WM-Achtelfinal gegen Belgien in Seattle (Dienstag, 2.00 Uhr MESZ) einzusetzen.
«Ich habe ein Überprüfung verlangt, weil ich nicht dachte, dass es ein Foul war», sagte Trump. Des weiteren betitelte der amerikanische Präsident die Rote Karte als «ungerecht» und den Schiedsrichter der Partie USA gegen Bosnien-Herzegowina als «zweifelhaft».
Garcia: «Ist das ein April-Scherz?»
Am Sonntag hatte der Weltverband mitgeteilt, dass Balogun trotz seiner Roten Karte im Achtelfinal gegen Belgien spielen darf. «Ich habe nicht gewusst, dass der 5. Juli bei der FIFA mit dem 1. April gleichgesetzt wird», äusserte sich Belgiens Nationaltrainer Rudi Garcia ironisch.
Wie FIFA am Montagabend mitteilte, wurde ein Protest Belgiens gegen die Aussetzung der Rot-Sperre des Stürmers auf Bewährung abgewiesen – Balogun ist also spielberechtigt. Davor hatte der belgische Verband (RBFA) der FIFA schwere Vorwürfe gemacht und verlangt, eine Kopie des Entscheids sowie eine Erläuterung des angewandten Verfahrens zu bekommen. Als einzige Reaktion habe der RBFA ein Schreiben der FIFA erhalten, in dem sie erklärte, die Korrespondenz als Berufung zu werten.
International hagelte es Kritik. «Der schamlose Donald Trump und seine unterwürfige Marionette Gianni Infantino haben diese Weltmeisterschaft in eine Jauchegrube gezogen», schrieb «Daily Mail» in Grossbritannien besonders plakativ.
UEFA: «Rote Linie überschritten»