Trainerlegende Pfister: «Petkovic hat die Franzosen ausgecoacht»
«Ausgecoacht» seien die Weltmeister aus Frankreich geworden. Ein grösseres Lob kann ein Trainer einer vermeintlich kleinen Fussballnation wie die Schweiz nicht bekommen. Das Lob kommt von Trainerlegende Otto Pfister (Mehr zu ihm in der Infobox unten). Der Kölner lebt seit Jahren in Mels und verfolgt die Schweizer Nationalmannschaft.
Was er am Montagabend gegen Frankreich gesehen hat, hat ihn offensichtlich beeindruckt. Pfister ist voll des Lobes über Petkovic, nicht erst seit dem historischen Sieg gegen den Weltmeister. Das Positionsspiel der Schweiz gefiel Pfister besonders, wie er im Interview erklärt.
Auch habe die Schweiz die Schwächen Frankreichs perfekt ausgenutzt. Frankreich spiele auf Konter und versuche, ihre Schnelligkeit im Sturm auszunutzen. Doch das schnelle Umschaltspiel der Schweiz habe dies nur selten zugelassen. Umgekehrt schaffte es die Schweiz, bei Ballgewinn in der eigenen Platzhälfte, die Lücken der Franzosen perfekt auszunutzen. Wichtig dabei: «Die Laufbereitschaft. Wenn die Spieler nicht laufen, dann funktioniert sowieso nichts. Aber jeder hat sich bezüglich Laufbereitschaft hundertprozentig eingesetzt.»
Häufig kritisiert wird Petkovics angebliche sture Beibehaltung der Mannschaftsaufstellung. Auch nach schlechten Leistungen einzelner Akteure bekommen diese immer wieder die Chance, im nächsten Spiel auf dem Platz zu stehen. Für Pfister zeigt dies, welches Vertrauen der Nationaltrainer in seine Spieler und deren Fähigkeiten hat – Pfister kritisiert diese Sturheit nicht, er lobt sie. Auch, dass Petkovic kaum Emotionen an der Seitenlinie zeige, sei kein Kriterium, ob ein Trainer gut oder schlecht ist, so Pfister.