Böötler in Ziegelbrücke: Nach tödlichem Unfall wird über die Ursachen gerätselt
An der Luft herrschen am frühen Samstagabend noch sommerliche Temperaturen. Das Wasser im Linthkanal ist jedoch kalt. Es misst nur 12,6 Grad. Um 17.25 Uhr geht ein Notruf ein: Ein Mann ist bei der Stromschnelle in Ziegelbrücke ins Wasser gefallen und treibt im Kanal. Per Helikopter wird er zwar bald gesichtet, die Bergung gestaltet sich aber schwierig. Über 50 Einsatzkräfte sind involviert. Um 18.15 Uhr zieht ein Retter den leblosen Körper bei Schänis aus dem Wasser auf ein Boot. Für den 20-Jährigen aus der Region kommt jede Hilfe zu spät.
Was genau vorgefallen ist, kann Polizeisprecher Hanspeter Krüsi am gestrigen Montag noch nicht sagen. Nur so viel: Der Böötler trug keine Schwimmweste. Er war mit einem Gummiboot unterwegs, in Begleitung. Mit wie vielen Leuten genau, verrät Krüsi nicht. Ob Alkohol im Spiel war, wisse er noch nicht, sagt der Polizeisprecher. Auch die Frage, ob der Mann sich beim Sturz aus dem Boot möglicherweise den Kopf angeschlagen habe, kann er nicht beantworten. «Wir müssen die Obduktion abwarten. Es kann einige Tage dauern, bis das Ergebnis vorliegt.»
Weste als «Anker»
Über all diese Fragen habe er sich am Samstagabend auch den Kopf zerbrochen, sagt Marian Schulz vom Schlauchbootverleih Linth-Boot. Er kennt sich aus mit dem Bootfahren auf der Linth wie wohl kein Zweiter. Am Tag nach dem Unglück ist er mit einem Fernsehteam auf einem Schlauchboot durch die Stromschnelle gefahren. «Auch nach diesem Schockerlebnis waren fast alle Menschen auf den anderen Booten ohne Schwimmwesten unterwegs», sagt Schulz verständnislos. «Wer bei warmen Aussentemperaturen ins kalte Wasser fällt, ist vielleicht nicht Herr seiner Sinne. Auch wenn sich jemand den Kopf anschlägt – da ist eine Weste der Anker.» Laut Schulz haben Böötler und Böötlerinnen, die in Weesen starten, bei der Stromschnelle bereits rund 1,5 Stunden ruhige Fahrt hinter sich. «Einige sind überrascht, wenn sie dann auf die Stromschnelle zufahren.»