Thurgau startet trotz unauffälliger Trinkwasserwerte PFAS-Offensive
Obwohl eine nationale Untersuchung 2023 keine Grenzwertüberschreitungen im Trinkwasser zeigte, lanciert der Kanton Thurgau ein umfassendes Drei-Jahres-Projekt zur Untersuchung der PFAS-Belastung. Andere Ostschweizer Kantone führten bereits vergleichbare Messungen durch.
Eine nationale Untersuchungskampagne von Trinkwasserproben im Jahr 2023 ergab, dass im Kanton Thurgau die heute geltenden PFAS-Höchstwerte nicht überschritten werden. Das schreibt die Thurgauer Regierung am Freitag in einer Mitteilung. Es sei aber nicht auszuschliessen, dass auch im Kanton Thurgau erhöhte PFAS-Belastungen vorkämen, fährt sie fort. Daher habe der Regierungsrat im August 2025 den Projektauftrag zur «Erfassung, Koordination und Begleitung der PFAS-Situation im Kanton Thurgau» erteilt.
Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS) sind Industriechemikalien mit vielfältigen Stoffeigenschaften: Sie sind unter anderem fett-, schmutz- und wasserabweisend, sehr stabil – und potenziell gesundheitsgefährdend.
Laut Mitteilung wurde das dreijährige Gesamtprojekt per 1. Januar 2026 lanciert. Für die dreijährige Projektlaufzeit sind 517'000 Franken für «Sachmittel» und durchschnittlich 160 bis 220 befristete Stellenprozente veranschlagt.
Zeitplan gibt Auskunft über Untersuchungen
Um die im Projekt formulierten Ziele zu erreichen und die PFAS-Situation zu erfassen, hat die Projektgruppe einen Zeitplan erarbeitet. Dieser gibt Auskunft darüber, wann welche Untersuchungen durchgeführt werden sollen.
«Um belastete Regionen, sogenannte Hotspots, zu identifizieren, untersucht das kantonale Laboratorium ab Mai Milchproben», schreibt die Regierung weiter. «Die Ergebnisse sollen aufzeigen, in welchen Regionen möglicherweise eine erhöhte PFAS-Belastung vorliegt und wo vertiefte Abklärungen notwendig sind.»
Es handelt sich dabei um die ersten systematischen Proben von Milch im Kanton Thurgau, wie der Kanton auf Nachfrage von Keystone-SDA bestätigt. Bodenproben wurden im Thurgau bereits vereinzelt durchgeführt.