Thurgau plant Bussen für Mountainbiker abseits von Waldwegen
Der Kanton Thurgau sieht mit einem neuen Waldgesetz Bussen für Mountainbiker vor. Wer abseits von Waldwegen fährt, soll mit 100 Franken bestraft werden. Gleichzeitig sind aber über den Kanton verteilt legale Pisten für Mountainbiker vorgesehen.
Die Thurgauer Behörden wollen den Mountainbikern den Weg weisen. Das ist dem neuen Mountainbike-Konzept des Kantons Thurgau zu entnehmen. Damit soll Konflikten im Wald begegnet werden.
Der Thurgauer Regierungsrat Dominik Diezi (Mitte) spricht im Vorwort des Konzepts von «Nutzungskonflikten» zwischen den unterschiedlichen Anspruchsgruppen im Wald. Im Zentrum stehen Mountainbiker, die unbefestigte Strassen verlassen und auf Naturwegen, Trampelpfaden und illegal erstellten Bike-Trails unterwegs sind. Daran stören sich etwa Wanderer, Jäger, Forstmitarbeiter und Waldbesitzer. Gestört wird dadurch auch der Lebensraum von Wildtieren, hält das Konzept weiter fest.
Mit dem Mountainbike-Konzept soll jedoch nicht einfach einer beliebten Sportart einen Riegel geschoben werden. Vielmehr setzt es auf einen Mittelweg. Schliesslich bezeichnen sich gemäss einer nationalen Umfrage aus dem Jahr 2020 7,9 Prozent der Bevölkerung als Mountainbikerinnen und Mountainbiker.
Kanton nimmt sich ebenfalls in die Pflicht
Die Thurgauer Regierung unterbreitet nun dem Kantonsparlament eine Botschaft zur Änderung des Waldgesetzes. Dabei fällt eine Strafbestimmung auf: Wer abseits von Waldstrassen, befestigten Waldwegen oder offiziellen Velorouten mit dem Fahrrad durch den Wald fährt, soll mit einer Ordnungsbusse von 100 Franken bestraft werden.
Doch die Mountainbiker können nach den Plänen des Kantons nur in jenen Waldstücken für das Befahren abseits erlaubter Routen gebüsst werden, in denen auch entsprechende Bike-Trails für ihre Sportart existieren. Mit dieser Regelung nimmt sich der Kanton selber in die Pflicht. Denn solche Pisten müssen erst noch erstellt werden. Bisher existiert kein einziger legaler Bike-Trail im Thurgau.