Thun gegen kroatischen Leader, Lugano im Coliseum
Für ein Schweizer Team sind Europacup-Punkte gegen einen kroatischen Gegner meist wahrscheinlicher als gegen einen spanischen. Bei Thun und Lugano ist es in dieser Woche eher umgekehrt.
Es habe Nerven ohne Ende gekostet, sagte ein sichtlich mitgenommener Gian-Luca Privitelli nach dem Penaltydrama vom vergangenen Sonntag. Gegen den drittklassigen FC Schaffhausen stand der Schweizer Meister Thun mehrmals vor dem Aus, zog nach je zehn Penaltyschützen aber doch noch in die nächste Runde ein. Der Trainer erklärte den mühevollen Auftritt gegenüber SRF auch mit dem intensiven Programm: «Wir reisten nach Zürich, dann in die Niederlande und nun nach Schaffhausen.» Und das alles innert acht Tagen.
Entsprechend froh ist man im Berner Oberland, dass nun zwei Heimspiele anstehen. Die Aufgaben sind jedoch umso schwieriger: Zuerst empfängt Thun den kroatischen Tabellenführer, danach den Leader der heimischen Super League.
Hajduk im Hoch
Der Gegner vom Donnerstag, Hajduk Split, ist ein Klub, der in den vergangenen Jahren konstant an der Spitze der heimischen Meisterschaft mitmischte, sich aber nach einem Meistertitel sehnt. Den letzten holte der Verein aus dem Süden des Landes vor 21 Jahren.
Mit dem damals sechsten Titel in der 1992 gegründeten Hrvatska nogometna liga (HNL) sah sich Hajduk auf Augenhöhe mit Dinamo Zagreb, das bis 2005 siebenmal Meister geworden war. Seither ist der Verein aus der Hauptstadt jedoch enteilt: Dinamo gewann 19 weitere Meistertitel, während Hajduk leer ausging.
Umso grösser war der Jubel, als die Mannschaft des spanischen Trainers Gonzalo Garcia vor eineinhalb Wochen den grossen Rivalen 2:1 bezwang und die Tabellenführung übernahm. In der allgemeinen Euphorie legte Hajduk in der Conference League mit einem 2:1-Prestigeerfolg gegen Ajax Amsterdam nach.