«Tests könnten Massnahmen ersetzen»
Das Ziel von Martin Bühlers Führungsstab ist hoch gesetzt: Sein Team will ab Februar 20'000 Personen pro Woche testen lassen. «So können wir die Pandemieentwicklung nachhaltig beeinflussen», sagt er im Interview mit Radio Südostschweiz. Die Flächentests im Unterengadin, in der Val Müstair und in der Region Bernina hätten einen positiven Effekt gehabt. «Das war nicht einfach nur eine Übung, die Ansteckungszahlen stagnierten in allen drei Regionen. Jetzt muss man weiter machen, sonst verpufft der Effekt.»
Nur: In Testzentren alleine sei es nicht möglich, so viele Leute zu testen. Zu stark ist das Gesundheitspersonal bereits mit den Coronapatienten beschäftigt. In den Spitälern sei die Situation trotz verbleibender Kapazitäten konstant angespannt.
«Wir wollen nicht wild drauf los testen»
Deshalb sieht die Bündner Teststrategie unter anderem vor, in Schulen und Betrieben grossflächige Tests durchzuführen, so Bühler. «Wir wollen aber nicht wild drauflos testen. Leute mit besonders hohem Infektionsrisiko haben Vorrang.» Das heisst: Wer exponierter ist, also beispielsweise nicht im Homeoffice arbeiten kann und viel Kontakt mit anderen Menschen hat, soll eher und auch öfter getestet werden. Für Schulen gelte, dass Mittelschüler durch Abstandsregeln und Maskenpflicht weniger gefährdet seien als Primarschülerinnen und Primarschüler, so Bühler. Und auch Bewohnerinnen und Bewohner von Alters- und Pflegeheimen werden in der Teststrategie priorisiert behandelt.
Interessierte Betriebe und Schulen können sich ab heute Freitag beim Kanton melden. Ende Monat will der Krisenstab bereit sein, ein «sportliches Ziel», wie Bühler sagt. Man sei auf Logistikpartner angewiesen. Die Idee: Arbeitnehmende lassen sich in den Unternehmen mit sogenannten «Spucktests» testen. Bei diesen Tests ist kein Abstrich nötig. Es wird lediglich der Speichel auf das Virus getestet. Die Unternehmen bringen die durchgeführten Tests an eine definierte Sammelstelle. Von dort liefert die Rhätische Bahn die Tests in die Labors im Kanton.