Tempo, Tempo, Tempo – damit der Gegner Fehler macht
Im Playoff-Final zwischen Davos und Fribourg-Gottéron ist vor dem dritten Spiel wieder alles offen. Das Tempo ist horrend, damit wollen die Spieler den Gegner zu Fehlern zwingen.
Man hätte meinen können, das zweite Spiel des Playoff-Finals am Montagabend in Freiburg sei wahnsinnig langweilig. Bei einem kurzen Unterbruch zeigen die Kameras auf der grossen Videowand eine Zuschauerin, die ein Buch liest. Titel: «Wie Serienmörder denken».
Langweilig ist an diesem Final allerdings nichts. Fribourg leistet sich bei der 1:3-Niederlage ein paar kleine Fehler zu viel. Für den Davoser Tino Kessler sind dies jedoch nicht einfach Fehler. «Ihr nehmt das vielleicht so wahr, dass es mehr Fehler gibt», erklärt der Schütze des wegweisenden 0:1 nach weniger als drei Minuten. «Ich habe das Gefühl, das sind nicht einfache Fehler, sondern erzwungene, unter Druck.» In den «sehr harten und sehr schnellen Spielen» ist das für den Bündner ein entscheidendes Erfolgsrezept.
Weniger Emotionen, auch Lemieux bleibt ruhig
Ein wichtiges Ziel erreichen die Davoser im zweiten Spiel. «Wir wollten uns auf uns konzentrieren und uns auf das fokussieren, was in unserer Hand liegt», so Kessler. «Und besser ins Spiel starten.» Tatsächlich verläuft das Spiel deutlich ruhiger als im hektischen, von zeitweise überbordenden Emotionen und umstrittenen Schiedsrichterentscheiden geprägten Auftaktspiel. Brendan Lemieux, den die Freiburger Fans und Spieler wegen seines harten Checks gegen Christoph Bertschy in den Schlusssekunden als Bösewicht auserkoren hatten, wird konstant ausgepfiffen und provoziert, bleibt aber ruhig. Das Schiedsrichterduo Mark Lemelin und Marc Wiegand greift teilweise kleinlich, aber konsequent durch und verteilt fünfzehn kleine Strafen.
Der Blitzstart gelingt diesmal hingegen Davos. Nach vier Minuten führt man 2:0, nach dem ersten Drittel 3:1. Danach hat der Qualifikationssieger die Partie über weite Strecken sicher im Griff. Es ist damit ein Spiegelbild der ersten Partie, als Fribourg nach neun Minuten 1:0 und nach dem zweiten Drittel 3:0 führte und den Sieg, wenn auch mit deutlich mehr Drama, über die Zeit brachte.