Tauziehen um Strasse von Hormus und Verhandlungen dauert an
Im Iran-Krieg dauert das Ringen um eine Wiederaufnahme von Verhandlungen an – während die Blockade der Strasse von Hormus die Weltwirtschaft weiter unter Druck setzt.
US-Präsident Donald Trump soll bereit sein, die Waffenruhe um drei bis fünf Tage zu verlängern, damit der Iran einen Vorschlag zur Beendigung des Krieges macht. Dies meldeten das US-Nachrichtenportal «Axios» und der Sender Fox News unter Berufung auf eine US-Quelle beziehungsweise einen Beamten des Weissen Hauses.
Trump habe Teheran keine Frist für die Vorlage eines Vorschlags gesetzt. Er sei es aber, der den Zeitplan vorgebe, sagte Trumps Sprecherin Karoline Leavitt. Der Iran sieht das anders: Die «Verliererseite kann die Bedingungen nicht diktieren», sagte ein Berater des Parlamentspräsidenten Mohammed Bagher Ghalibaf.
Vermittlerstaaten, darunter die Türkei, Pakistan und Ägypten, bemühen sich laut «Wall Street Journal» fieberhaft, ein neues Treffen zwischen den USA und dem Iran zu arrangieren, möglicherweise für diesen Freitag. Beide Seiten drohten einander, sie seien bereit, die Kämpfe wieder aufzunehmen.
Der US-Präsident hatte eine Öffnung der von Teheran weitgehend blockierten Strasse von Hormus zur Bedingung für die Waffenruhe gemacht. Zugleich hält er an der US-Seeblockade fest, die Schiffe betrifft, die aus iranischen Häfen kommen oder diese ansteuern. Angesichts der festgefahrenen Lage legten die Ölpreise den dritten Tag in Folge zu.
Pahlavi wirbt in Berlin für Wandel im Iran
Der iranische Oppositionspolitiker und Sohn des 1979 bei der Islamischen Revolution gestürzten Schahs, Reza Pahlavi, rief bei einem Besuch in Berlin währenddessen Deutschland und die europäischen Regierungen zu mehr Engagement für einen grundsätzlichen Wandel im Iran auf. Zugleich warnte er davor, eine Beschwichtigungspolitik («appeasement») gegenüber dem Herrschaftssystem im Iran fortzuführen.
«Meiner Ansicht nach hat Europa eine wichtige, sehr wichtige Rolle. Ich denke aber, Europa untergräbt selbst, was es tun könnte», sagte er der Deutschen Presse-Agentur (dpa).