Tadej Pogacars klare Ansage
Tadej Pogacar macht keinen Hehl aus seinen Siegambitionen bei seinem Debüt an der Tour de Romandie. Vor dem Start zeigt sich der Ausnahmekönner zuversichtlich, den Gesamtsieg holen zu können.
Als der vierfache Tour-de-France-Sieger am Montag mit ruhigem Schritt und unbewegter Miene vor die wartenden Journalisten trat, unterstrich seine blosse Präsenz bereits seinen grossen Ehrgeiz. «Ich will jedes Rennen gewinnen, an dem ich teilnehme», betonte der grosse Favorit dieser 79. Ausgabe gleich zu Beginn. «Die Strecke ist anspruchsvoll, mit nur einem Zeitfahren am Dienstag (Prolog in Villars-sur-Glâne – Red.), aber sie liegt mir.»
Eine schmerzhafte Erinnerung
Der Slowene war bereits 2015 im Waadtland unterwegs gewesen, bei der Tour du Pays de Vaud – ein Erlebnis, das buchstäblich Spuren hinterlassen hat. «Ich habe immer noch eine Narbe von einem Sturz aus dieser Zeit», erinnerte er sich mit einem leichten Lächeln.
Für sein erstes Etappenrennen der Saison 2026 sucht Pogacar vor allem nach einer Standortbestimmung im Hinblick auf seinen angestrebten fünften Triumph auf den Champs-Élysées im Juli. «Ich kann nicht das ganze Jahr zu Hause bleiben und nur zur Tour de France antreten. Ich brauche Rennen, um mich zu testen», erklärte der Weltmeister der letzten zwei Jahre.
Am Sonntag, und damit nur 48 Stunden vor dem Start der Tour de Romandie, triumphierte Pogacar beim Ardennen-Klassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich. Mit seinem vierten Sieg bei «La Doyenne» bestätigte er seine überragende Form. An der Côte de La Redoute forcierte er das Tempo derart, dass er trotz Steigungen von bis zu 22 Prozent eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 25 km/h erreichte. Diese Explosivität will er nun auch auf den Westschweizer Strassen ausspielen.
Keine Sorge um sein Gewicht
Nach einer beeindruckenden Klassiker-Kampagne mit vier Siegen bei nur fünf Starts richtet Pogacar seinen Fokus nun auf die Tour de France. Die Tour de Romandie dient dabei als wichtiger Meilenstein in seiner Vorbereitung. «Ich möchte hier den Rhythmus für einwöchige Rundfahrten wiederfinden, die Abstimmung mit meinen Teamkollegen verfeinern und sehen, ob das Training im Hinblick auf den Sommer Früchte trägt», erklärte der 27-Jährige, der bereits 21 Etappensiege bei der Frankreich-Rundfahrt gesammelt hat.