Tadej Pogacar wieder Solosieger in Lüttich
Tadej Pogacar krönt die Frühjahrsklassiker mit seinem vierten Sieg bei Lüttich-Bastogne-Lüttich, dem dritten in Folge. Doch der junge Franzose Paul Seixas macht als neuer Rivale auf sich aufmerksam.
Es gibt Tage, da wirkt der Radsport wie ein schlecht geschriebenes Drehbuch, weil der Protagonist einfach zu perfekt ist. Bei der 112. Ausgabe von «La Doyenne», dem ältesten der fünf Monumente des Radsports, war Tadej Pogacar einmal mehr Regisseur, Hauptdarsteller und Endgegner in Personalunion. Mit seinem vierten Triumph nach 2021, 2024 und 2025 zog der Slowene in Lüttich mit Moreno Argentin und Alejandro Valverde gleich. Nur noch ein Sieg fehlt ihm, um die Bestmarke von Eddy Merckx zu egalisieren.
«Es bedeutet mir viel, erneut eines der wichtigsten Rennen des Jahres gewonnen zu haben. Ich fahre nicht oft und habe deswegen nicht so oft die Gelegenheit zu gewinnen. Deswegen ist der Druck auf mich hoch, an Tagen wie heute abliefern zu müssen», kommentierte Pogacar den vierten Sieg in seinem erst fünften Rennen der Saison. Zudem war es der 13. bei einem der fünf Monumente.
Shootingstar Seixas erneut stark
Wie in den beiden Jahren zuvor erreichte Pogacar das Ziel in Lüttich solo, und wieder versuchte der Leader des Teams UAE Emirates, in der Steigung Côte de la Redoute rund 35 km vor dem Ziel mit einem seiner unwiderstehlichen Antritte die Entscheidung herbeizuführen. Doch diesmal war es nur eine Vorentscheidung. Denn der französische Shootingstar Paul Seixas, der erst am Mittwoch mit dem Sieg bei Flèche Wallonne seinen bislang grössten Erfolg gefeierte hatte, erwies sich als hartnäckiger Schatten und liess sich im Gegensatz zur Konkurrenz vorerst nicht abschütteln.
Im letzten Anstieg des Tages, rund 14 km vor dem Ziel, liess Pogacar dann aber auch den Aufsteiger der Saison stehen. Das Ziel erreichte er 45 Sekunden vor Seixas, dem zugetraut wird, dass er Pogacar in Zukunft auch in den grossen Rundfahrten herausfordern kann.
Tadej Pogacar lanciert seine Saison der Etappenrennen am Dienstag mit der Tour de Romandie. Danach ist auch ein Start an der Tour de Suisse geplant, bevor im Juli mit der Tour de France der Höhepunkt des Sommers folgt. Seine Bilanz nach vier von fünf Monumenten in dieser Saison kann sich sehen lassen: drei Siege und ein zweiter Platz bei Paris-Roubaix.