Südostschweiz weist unterdurchschnittliche Krankenkassenprämien aus
Die Krankenkassenprämien steigen auch 2027 schweizweit an. In Graubünden und Glarus fällt der Anstieg mit 4,3 respektive 3 Prozent allerdings unterdurchschnittlich aus.
In Graubünden liegt die monatliche mittlere Prämie über alle Altersklassen gesehen 2027 bei 360,30 Franken – im laufenden Jahr waren es noch 345,60 Franken. In Glarus steigt die Prämie von 354,30 auf 365 Franken. Das gab das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Dienstagnachmittag bekannt. Die mittlere Prämie wird berechnet, indem alle in der Schweiz bezahlten Prämien zusammengezählt und durch alle Versicherten über jedes Alter geteilt werden.
Der Prämienanstieg fällt in Graubünden und in Glarus schwächer aus als im Schweizer Durchschnitt, der fünf Prozent beträgt. Glarus weist gar die tiefste Steigerung schweizweit auf. Anders als im Vorjahr sinkt die Prämie aber in keinem einzigen Kanton.
Verschiedene Kostentreiber
Die Kostenzunahme im Gesundheitswesen hat gemäss einer Mitteilung des BAG verschiedene Treiber. So tragen die Alterung der Bevölkerung und medizinische Innovationen dazu bei. «Daneben lässt sich auch ein Anstieg der Kosten pro erkrankte Person beobachten. Dieser Anstieg ist vor allem auf eine gestiegene Anzahl von Behandlungen zurückzuführen, obwohl die Häufigkeit von Krankheiten relativ stabil blieb», schrieb das BAG. Es würden mehr Gesundheitsleistungen angeboten und in Anspruch genommen, was einen kumulativen Kostensteigerungseffekt zur Folge habe. «Seit 2024 kommen steigende Preise dazu, beispielsweise höhere kantonale Tarife im ambulanten und im stationären Bereich.»
Das Gesundheitsamt Graubünden rechnet aufgrund des Kostenanstiegs mit Mehrausgaben für die individuellen Prämienverbilligungen. Die Kosten dürften für 2027 um rund sieben Millionen – oder knapp fünf Prozent – steigen. «Aufgrund der Umsetzung der einheitlichen Finanzierung der ambulanten und stationären Leistungen auf Anfang 2028 darf davon ausgegangen werden, dass der Prämienanstieg auf das Jahr 2028 hin wesentlich tiefer ausfallen wird», hielt die Amtsleiterin des Gesundheitsamts, Sandra Stöckenius, gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA fest.