Süchtiger Ostschweizer Arzt stellt sich Medikamentenrezepte aus
Die St. Galler Staatsanwaltschaft hat den ehemaligen Assistenzarzt einer Privatklinik in der Ostschweiz wegen Urkundenfälschung und Identitätsmissbrauch bestraft. Er stellte sich selbst Rezepte für verschreibungspflichtige Medikamente aus, um seine Arzneimittelabhängigkeit zu stillen.
Der heute 38-jährige Mediziner besorgte sich die Medikamente in Apotheken, indem er seine eigenhändig ausgestellten Rezepte vorlegte. Dafür benutzte er Rezeptblöcke der Privatklinik, in der er angestellt war. In einzelnen Fällen setzte er den Namen eines anderen Klinikarztes darunter und fälschte dessen Unterschrift.
Auf diese Weise bezog der medikamentenabhängige Beschuldigte in verschiedenen Apotheken der Schweiz diverse starke Schlafmittel, Beruhigungsmittel, Narkosemittel, Antidepressiva, Aufputschmittel, Opiate oder Medikamente zur Behandlung von Alzheimer-Demenz sowie Schizophrenie.
Rezeptblöcke nicht zurückgegeben
Sein Vorhaben kostete ihn den Job. Als die Ostschweizer Privatklinik als Arbeitgeberin des Assistenzarztes merkte, was dieser im Schilde führte, kündigte sie ihm sein Arbeitsverhältnis fristlos.
Seine gefälschten Rezepte benutzte er während rund eines halben Jahrs nach seiner Kündigung weiter, wie aus einem Strafbefehl der St. Galler Staatsanwaltschaft hervorgeht. Die Aufforderung, die entwendeten Rezeptblöcke zurückzubringen, ignorierte er. Stattdessen fälschte er weiter Rezepte für verschreibungspflichtige Medikamente. Auch gelang es ihm laut Strafbefehl zunächst, bei seiner ehemaligen Arbeitgeberin die Login-Daten für E-Rezepte weiter zu nutzen.
Rezeptfälschung flog mehrfach auf
Schliesslich bezog der Mann zwischen März und August 2025 in rund einem Dutzend Apotheken zahlreiche Medikamentenpackungen. In einer Praxis in St. Gallen erhielt er bei einem Arzttermin ein Rezept für eine Packung Attetin à 30 Stück.