Sudan-Konferenz: Druck für Ende der humanitären Katastrophe
Drei Jahre nach Beginn des blutigen Bürgerkriegs im Sudan machen Spitzenvertreter der UN, Europas, Afrikas und der USA Druck für ein Ende des Konflikts.
UN-Nothilfekoordinator Tom Fletcher forderte in Berlin bei der dritten internationalen Sudan-Konferenz «eine klare Vision für die Zukunft des Sudans». Er sprach von einer Bewährungsprobe für die internationale Gemeinschaft.
Das sudanesische Volk dürfe nicht weiter im Stich gelassen werden, forderte Fletcher. «Friedensarbeit ist komplex und erfordert Geduld, aber sie ist keine Raketenwissenschaft.»
Mehr als elf Millionen Menschen auf der Flucht
Der Machtkampf zweier Generäle hat im drittgrössten Land Afrikas entsetzliches Leid über die Zivilbevölkerung gebracht: Aktuell sind 11,6 Millionen Menschen auf der Flucht, es herrscht Hunger in vielen Städten, kommt zu Massakern und massiver sexueller Gewalt. Die Vereinten Nationen sprechen von der aktuell grössten humanitären Katastrophe weltweit. Die Hauptkontrahenten sind in Berlin nicht dabei. In der deutschen Hauptstadt geht es vor allem um die Finanzierung humanitärer Hilfe.
Fletcher sagte, er bringe «die Frustration, die Wut und die Verzweiflung einer Bevölkerung mit, die so viel Leid erfahren hat». Es gebe «zu viel sexuelle Gewalt gegen Frauen und Mädchen, zu viele Tote durch Drohnenangriffe internationaler Akteure, zu viel Vernachlässigung und Apathie seitens der internationalen Gemeinschaft». Notwendig sei ein Ende der Waffen- und Drohnenlieferungen durch Unterstützer der Kriegsparteien, die so viele Sudanesen, aber auch humanitäre Helfer töteten.
Krieg der Generäle – «Sie zerstören ihr Land»
Der Bürgerkrieg begann vor genau drei Jahren – am 15. April 2023. Seitdem kämpfen die Regierungsarmee SAF von De-facto-Machthaber Abdel-Fattah al-Burhan und die Miliz RSF unter Mohamed Hamdan Daglo um die Vorherrschaft im Sudan. Einst hatten sich die beiden gemeinsam an die Macht geputscht – Daglo war al-Burhans Stellvertreter.