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Schweiz und Welt

Sturmtief «Lolita» verschont das Glarnerland

Marco Häusler (mar)
29.01.2020, 04:30 Uhr
heute um 12:16 Uhr

«Das war gnadenlos», sagt der Glarner SRF-Meteorologe Felix Blumer. In nur knapp drei Stunden zog am Dienstag eine «sehr aktive Kaltfront» vom Burgund zu den Alpen. Geschickt hat diese das Tief «Lolita», welches von der Nordsee nach Südskandinavien zog.

«Mancherorts herrschte im Freien Weltuntergangsstimmung», so Blumer. Orkanböen mit weit über hundert Kilometern pro Stunde jagten über das Flachland und der Regen peitschte waagrecht. Zeitweise gab es Graupel, auch Blitz und Donner waren mit dabei. «Nach nur fünf Minuten war der Spuk bereits wieder vorbei und die Front durch.»

Das Glarnerland hingegen blieb von der stürmischen Kaltfront praktisch verschont. Im Kantonshauptort gab es am Dienstagvormittag Windspitzen von maximal 75 Kilometern pro Stunde. Stärker war der Sturm in der Walenseeregion. In Filzbach wurden 77, in Quinten 90 Kilometer pro Stunde gemessen.

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Mancherorts herrschte im Freien Weltuntergangsstimmung.»Felix Blumer, SRF Meteorologe

Die heftigste Orkanböe wurde auf dem Chasseral im Berner Jura mit 157 Kilometern pro Stunde verzeichnet. Verbreitet starke Orkanböen gab es aber vor allem im Flachland: Im Norden der Stadt Zürich wurden 125 Kilometer pro Stunde gemessen, in St. Gallen lag der Spitzenwert bei 120 Kilometern pro Stunde.

Bis am Mittwochmittag sind laut Felix Blumer im Glarnerland weitere, teils kräftige Böen möglich, bevor der Wind langsam abflaut.

Mit dem stürmischen Wetter kommt auch der Schnee: Bis am Mittwochabend gibt es im Glarnerland oberhalb von 1000 Metern 20 bis 60 Zentimeter Neuschnee. «Zusätzlich muss mit Schneeverwehungen gerechnet werden», so Blumer. Schneien kann es zeitweise bis ins Tal.

Ab Donnerstag liegt dann die Schneefallgrenze meist zwischen 1600 und 2200 Metern. «Danach nimmt der Winter das nächste Time-out», so Blumer.

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