Studie: Soziale Aktivitäten im Alter fördern Gehirnleistung
Wissenschaft
Soziale Aktivitäten im Alter stehen in direktem Zusammenhang mit einer besseren kognitiven Leistungsfähigkeit und können dem geistigen Abbau entgegenwirken. Zu diesem Ergebnis kommt eine grosse Überblicksstudie.
Die im «Journal of Epidemiology & Community Health» erschienene Auswertung von Daten aus fünf grossen Langzeitstudien mit insgesamt 57'793 älteren Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus 24 Ländern zeigt: Je mehr soziale Aktivitäten Senioren ausüben, desto stärkere positive Effekte zeigen sich für ihr Gedächtnis und ihre exekutiven Funktionen, wie etwa Rechnen oder das Aufzählen von Tiernamen.
In allen fünf Studien schnitten gesellschaftlich aktive Ältere kognitiv signifikant besser ab als inaktive Gleichaltrige. Während bereits die Teilnahme an einer einzelnen sozialen Aktivität mit höheren Werten für die kognitive Funktion einherging, verstärkte sich der Effekt bei zwei sowie bei drei oder mehr Aktivitäten schrittweise. Bei Menschen, die sich in drei oder mehr Gruppen engagierten, zeigte sich zudem pro Jahr eine statistisch signifikante Zunahme der kognitiven Leistungswerte.
Besonders wirksam: ehrenamtliche Arbeit in Sportvereinen
Nicht jede soziale Betätigung erwies sich jedoch als gleichermassen erfolgreich. Besonders wirksam ist den Ergebnissen zufolge ehrenamtliche Arbeit und die Mitgliedschaft in Sportvereinen. Auch der Besuch von Fortbildungskursen und die Betreuung von Kindern wirkten sich positiv auf die jährliche Entwicklung der geistigen Leistungsfähigkeit aus. Dagegen zeigten Engagements in politischen Gruppen, Kirchengemeinden oder religiösen Vereinigungen keinen durchgängig signifikanten Zusammenhang mit einer kognitiven Verbesserung.