Studie: Hype ums Intervallfasten ist nicht gerechtfertigt
Beliebter Abnehm-Ansatz
Intervallfasten ist womöglich weniger effektiv als von vielen Menschen angenommen. Bei Erwachsenen mit Übergewicht oder Adipositas liege der damit erzielte Gewichtsverlust wahrscheinlich nicht über dem anderer Diätformen, berichtet die britische Organisation Cochrane.
Die Organisation erstellt regelmässig hochwertige Übersichtsarbeiten zu Gesundheitsthemen. Die Ergebnisse seien allerdings mit grossen Unsicherheiten behaftet.
«Es handelt sich dabei bislang nur um Hinweise, nicht um einen Beweis – das heisst, wir können die Wirksamkeit von Intervallfasten noch nicht mit ausreichender Sicherheit beurteilen», erklärte Jörg Meerpohl vom Universitätsklinikum Freiburg, Direktor von Cochrane Deutschland und selbst nicht an der Arbeit beteiligt.
Für die Analyse berücksichtigte das Team um Luis Garegnani vom Universidad Hospital Italiano in Buenos Aires (Argentinien) 22 Studien mit insgesamt knapp 2000 Teilnehmern aus Nordamerika, Europa, China, Australien und Südamerika. Geprüft werden sollte, ob Intervallfasten für Erwachsene mit Übergewicht oder Adipositas wirksamer zur Gewichtsreduktion als herkömmliche Diätempfehlungen ist und wie es sich auf die Lebensqualität auswirkt.
Kein besserer Effekt als bei anderen Methoden
Intervallfasten zeigte demnach keinen besseren oder nur einen sehr geringfügig besseren Effekt bei der Gewichtsabnahme als andere Methoden, wie die Wissenschaftler in der «Cochrane Database of Systematic Reviews» berichten. Auch eine merkliche Verbesserung der Lebensqualität liess sich nicht nachweisen. «Intermittierendes Fasten mag für manche Menschen eine sinnvolle Option sein, doch die derzeitige Studienlage rechtfertigt nicht die Begeisterung, die wir in den sozialen Medien beobachten», erklärte Garegnani.