Startschuss für Wil West erfolgt im zweiten Anlauf
Die Mehrheit der St. Galler Stimmberechtigten hat sich für den Verkauf des Areals Wil West an den Thurgau entschieden. Das Land für das grösste Standortförderungsprojekt in der Ostschweiz kommt damit in den Besitz des Nachbarkantons. 2022 war eine erste Abstimmungsvorlage gescheitert.
Nach einem langen und kontroversen Abstimmungskampf fiel das Resultat am Schluss einigermassen klar aus: Die Stimmberechtigten des Kantons St. Gallen befürworteten den Verkauf des 125'000 Quadratmeter grossen Grundstücks für 10,5 Millionen Franken mit einem Ja-Stimmenanteil von 54,7 Prozent. Die Stimmbeteiligung betrug 50,1 Prozent.
Er sei erleichtert, ein solches Resultat habe man sich erhofft, sagte der Thurgauer Regierungsrat Dominik Diezi (Mitte) am Sonntagnachmittag zu Keystone-SDA. Im Vergleich zum ersten Projekt sei die Nachhaltigkeit gestärkt worden und man habe mehr für die Landwirtschaft getan.
Wie geht es nun weiter? Der nächste Schritt ist die Übertragung des Bodens. Politische Entscheide braucht es dafür nicht mehr. Der Thurgauer Grosse Rat hat den Kauf des Landes im vergangenen Sommer bereits bewilligt. In der Beratung war damals ein Antrag aus den Reihen der SVP gescheitert. Die Fraktion wollte die kantonale Stimmbevölkerung über das Geschäft entscheiden lassen.
Zuerst ein Vorverkaufsvertrag
Danach ist die Raumplanung an der Reihe. Im Thurgau wird es einen kantonalen Nutzungsplan geben. Diesen Schritt wartet St. Gallen vor dem definitiven Abschluss des Geschäftes noch ab. Zuerst werde ein Vorverkaufsvertrag unterschrieben. Die Abtretung des Areals sei dann gültig, sobald das Land effektiv eingezont ist, sagte der St. Galler Finanzchef Marc Mächler (FDP).
Sobald die Grundlagen gelegt sind, müsste Wil West konkreter werden. Bisher sind nämlich nur die Eckdaten bekannt: Auf dem Areal sollen 2500 bis 3000 Arbeitsplätze entstehen. Zum Vorhaben gehören auch Angebote für den öffentlichen Verkehr sowie ein Autobahnanschluss.