Starke Teamleistung bringt Vingegaard ins Gelbe Trikot
Drei Jahre nach seinem letzten Gesamtsieg an der Tour de France ist Jonas Vingegaard zurück im Maillot jaune. Der Däne spricht nach dem Auftaktsieg im Teamzeitfahren von einem «Traumstart».
«Besser hätte ich mir den Start nicht erträumen können», sagte Vingegaard nach seiner Siegfahrt durch die katalanische Metropole, die ihn vorbei an der ikonischen Basilika Sagrada Familia über den Hausberg Montjuïc bis hinauf zum Olympiastadion geführt hatte.
Am Ende ging die Taktik seines Teams Visma-Lease a Bike auf dem 19,6 km langen Parcours voll auf. Noch an den letzten beiden Anstiegen hatte Vingegaard mehr Teamkollegen bei sich als seine Konkurrenten. Letztlich kämpfte er sich – wie die meisten Captains – mit zusammengebissenen Zähnen alleine zur Ziellinie.
Ein Sieg der Mannschaft
«Meine Teamkollegen haben heute unglaubliche Arbeit geleistet», würdigte Vingegaard die Leistung seines Teams. «Sie waren so stark, dass ich kaum etwas tun musste. Sie haben mich bis ins Ziel gebracht, damit ich den Etappensieg und das Gelbe Trikot holen konnte. Nach einigen schwierigen Jahren ohne dieses Trikot fühlt es sich grossartig an, dieses Gefühl wieder zu erleben.»
Vingegaard trägt das Maillot jaune erstmals seit drei Jahren wieder. Zuletzt hatte er es 2023 bei seinem zweiten Toursieg bis ins Ziel in Paris verteidigt. Treffend titelte die französische Sportzeitung «L'Equipe» am Samstag: Jaune-as Vingegaard!
Nachdem Vingegaard die Tour de France zuletzt zweimal hinter seinem Dauerrivalen Tadej Pogacar als Gesamtzweiter beendet hatte, greift er in diesem Jahr erneut den Gesamtsieg an. Die Vorzeichen scheinen vielversprechend. Der letzte Fahrer, der wie der Däne nach dem Gewinn des Giro d'Italia im Mai auch die Auftaktetappe der Tour de France gewann, war 1993 Miguel Indurain. Wenige Wochen später feierte der Spanier seinen dritten von insgesamt fünf Tour-Siegen.
«Der Weg ist noch weit»
Vingegaard betonte auch die Bedeutung des Erfolgs: «Die Tour de France ist das grösste Rennen im Kalender. Das ist ein aussergewöhnlicher Sieg für uns. Es war ein Mannschaftszeitfahren, wir waren zu acht, und meine sieben Teamkollegen haben sich heute für mich aufgeopfert. Ich trage zwar das Gelbe Trikot, aber auch sie haben diese Etappe gewonnen. Das müssen wir geniessen.»
Mit Blick auf die kommenden drei Wochen blieb der Däne dennoch zurückhaltend, im Wissen, dass die zwölf Sekunden Vorsprung auf Pogacar rasch aufgebraucht sein können. «Ich bin hier, um die Tour zu gewinnen. Aber das war erst die erste Etappe. Der Weg ist noch weit, auch wenn wir uns einen kleinen Vorsprung erarbeitet haben.»