Stadtzürcher Parlament spricht sich für Tram Affoltern aus
Das Stadtzürcher Parlament hat sich am Mittwoch für das Tram Affoltern ausgesprochen. Grüne, SVP und AL wollten das Thema auf einen späteren Zeitpunkt verschieben. Finanzierung und Art des Projekts wurden kontrovers diskutiert.
Der Gemeinderat stimmte dem Kredit für das Tram mit 69 zu 48 Stimmen bei einer Enthaltung zu. Einen Sistierungsantrag lehnte er mit 65 zu 53 Stimmen ab. Vor allem der Schulterschluss der beiden grössten Parteien im Rat, SP und FDP, verhalf dem Geschäft zum Durchbruch.
Den Gegnern stiess die Finanzierung sauer auf. Die Stadt Zürich soll 60 Millionen Franken an den Verkehrsfonds entrichten. Ein Betrag, den normalerweise der Kanton übernimmt. Michael Schmid (AL) warnte vor einem Präzedenzfall. «Wir machen das nicht freiwillig, sondern unter Druck des Kantons», sagte Florian Blätttler (SP). Ohne den Beitrag käme das Tram nicht, mahnte er.
Mit der rund 4 Kilometer langen Tramlinie soll Affoltern an das bestehende Tramnetz angeschlossen werden. Kosten würde das 562 Millionen Franken. Das Vorhaben gilt als wichtiges Element der kantonalen und städtischen Verkehrsplanung. Im Juni soll die städtische Stimmbevölkerung entscheiden.
Den Grünen und der SVP ging alles zu schnell. Schon vergangene Woche beschwerten sie sich im Parlament, dass die Weisung zum Tram Affoltern «durchgedrückt» werde, um die Abstimmung im Juni zu ermöglichen. Ein Absetzungsantrag zu Beginn der Sitzung am Mittwoch scheiterte mit 51 zu 61 Stimmen.
«Brutalo-Planung»
Der Streit ums Tram hat eine längere Vorgeschichte. Der Kanton stellte das Grossprojekt in der Prioritätenliste zurück. Das Stadtparlament drängte darauf, das nötige Geld vorzuschiessen, um das Tram im Norden der Stadt zu ermöglichen.
Die Grünen sind zwar Fans des öffentlichen Verkehrs. Doch weil der Individualverkehr weiterhin viel Platz haben würde und Bäume gefällt würden, sprachen sie sich gegen dieses Projekt aus.