Stadt Zürich nutzt erstmals Kirche als Schulraum
Zum ersten Mal hat die Stadt Zürich eine Kirche zu Schulraum umgenutzt. In einem wachsenden Quartier bietet die reformierte Kirche Wipkingen ab Sommer Platz für Betreuung und Unterricht.
«Ein prägendes Gebäude im Quartier bleibt erhalten», sagte Schulvorsteher Balthasar Glättli (Grüne) am Dienstag vor den Medien. Er sprach von einer besonderen Umgebung bei dieser Premiere. Sowohl für die Kirche, als auch die Stadt sei die Nutzung ein Gewinn.
Unter anderem sind eine Bibliothek und ein Mehrzweckraum in der Kirche eingerichtet. Gearbeitet wurde mit viel Holz. Dieses trennt den Mehrzweckraum von den anderen Räumen und schaffte einen weiteren Raum im oberen Stock. Noch offen ist, was mit diesem zusätzlichen Raum passiert, vorstellbar sind etwa Veranstaltungen.
Trotz Umgestaltung blieb einiges erhalten, das an die Kirche erinnert, etwa einige Kirchenbänke, Fenster oder die Kanzel. Ein Teil der Kirchenbänke wurde zudem als Täfer eingebaut.
Mehr Klassenzimmer dank Umnutzung
Mit der Umnutzung der Kirche werden in der benachbarten Schulanlage Waidhalde mehrere Klassenzimmer freigespielt. Für den Stadtrat ist das eine kreative Lösung, um den anhaltend hohen Schulraumbedarf im Schulkreis Waidberg zu entschärfen. Im Pfarreihaus ist bereits ein Kindergarten untergebracht.
Da wegen der Umnutzung keine zusätzlichen Pavillons aufgestellt werden müssen, bleibt wertvoller Freiraum rund um die Schulanlage erhalten – er könnte sogar rund um die Kirche erweitert werden. Die Umnutzung ist gemäss Vertrag vorerst auf eine Dauer von 15 Jahren ausgelegt, wobei eine Option auf eine zweimalige Verlängerung um je fünf Jahre besteht.
Alle Um- und Einbauten sollen «die Anmutung des grosszügigen Kirchenraums möglichst wenig beeinträchtigten» und so vorgenommen werden, dass sie wieder rückgängig gemacht werden können. Die denkmalpflegerischen Vorgaben seien sehr sorgfältig umgesetzt worden, sagte Hochbauvorsteher Tobias Langenegger (SP).