Stadt Zürich fordert günstigen Wohnraum bei Aufzonungen
Die Stadt Zürich hat am Mittwoch die revidierte Bau- und Zonenordnung (BZO) vorgestellt. Sie möchte damit Wachstum, Wohnraum und Klimaanpassung in Zukunft besser steuern. Ein Fokus liegt auf günstigen Wohnungen.
«Zürich wächst und es leben immer mehr Menschen hier», sagte Stadtpräsidentin Corinne Mauch am Mittwoch an einer Medienkonferenz. Damit würden auch die Anforderungen an den städtischen Raum steigen.
Mit der Anpassung der BZO schaffe die Stadt die Grundlage für die zukünftige räumliche Entwicklung. Die BZO ist das zentrale Instrument der Stadtplanung. Sie legt verbindlich fest, wie gebaut werden darf und wie sich die Stadt langfristig entwickeln soll.
Im Zentrum der Revision stehe das Ziel, das weitere Wachstum der Stadt gezielt zu steuern und die hohe Lebensqualität zu sichern. «Es ist nicht einfach, so viele Interessen und Ziele unter einen Hut zu bringen», sagte André Odermatt, Vorsteher des Hochbaudepartements. Dem Wachstum der Stadt solle mit einer sogenannten «Siedlungsentwicklung nach innen» begegnet werden. Zusätzliche Wohn- und Nutzflächen sollen innerhalb des bestehenden Stadtgebiets entstehen.
Bezahlbare Wohnungen sicherstellen
Ein wichtiges Instrument dafür seien gezielte Aufzonungen. In bestimmten Gebieten dürfe künftig dichter gebaut werden als bisher. Gleichzeitig werden neue Zonentypen eingeführt, um besser auf unterschiedliche Anforderungen reagieren zu können. Die Verdichtung soll jedoch «massvoll» erfolgen und so gestaltet sein, dass bestehende Qualitäten – etwa Grünräume oder das Stadtbild – erhalten bleiben.
Ein zentraler Punkt in der Revision ist der Wohnraum. Die Stadt verknüpft die Möglichkeit zur Verdichtung direkt mit wohnpolitischen Vorgaben: Bei Aufzonungen müssen künftig 75 Prozent des zusätzlich geschaffenen Bauvolumens für preisgünstigen Wohnraum genutzt werden. Damit will die Stadt sicherstellen, dass der durch Planungsentscheide entstehende Mehrwert nicht allein privaten Eigentümerinnen und Eigentümern zugute kommt, sondern auch der Bevölkerung in Form von erschwinglichem Wohnraum. Steigende Mieten sollen so gedämpft werden und soziale Durchmischung in den Quartieren erhalten bleiben.