St. Galler Kantonspolizei kämpft mit hoher Arbeitsbelastung
Die St. Galler Regierung hat in der Beantwortung auf einen politischen Vorstoss im Kantonsrat erneut auf die gestiegene Belastung bei der Kantonspolizei hingewiesen. Sie führt dabei etwa die vermehrte Rekrutierung von Jugendlichen zu konkreten Delikten übers Internet, Beschaffungskriminalität von Drogensüchtigen und häufige Vermögensdelikte von Asylsuchenden ins Feld.
Am höchsten ist die Kriminalität in der Stadt St. Gallen, wie die Kantonsregierung in einer Antwort auf eine Einfache Anfrage der Mitte-EVP-Fraktion im Kantonsrat schreibt. Ein Anstieg an Straftaten stehe unter anderem im Zusammenhang mit der Droge Crack beziehungsweise «zahlreichen Personen mit ausgeprägter Suchtproblematik». Damit verbunden seien insbesondere Vermögensdelikte zur Finanzierung des Drogenkonsums.
Die Regierung nennt jedoch weitere Ursachen, die die Polizei vor einer Überbelastung warnen lassen. Zur Sprache kommt dabei das Phänomen «Crime-as-a-Service». Über international vernetzte digitale Kanäle werden vermehrt Jugendliche für konkrete Delikte wie Autodiebstähle, Geldabholungen nach Telefonbetrügen oder Einbrüche in Waffengeschäfte rekrutiert.
Im Bereich der Vermögensdelikte treten laut Regierung weiterhin vor allem Asylsuchende aus Maghreb-Staaten in Erscheinung. «Dabei handelt es sich teilweise um hochaktive Täterschaften, die innerhalb kurzer Zeit wiederholt delinquieren und dadurch eine überproportionale Anzahl von Fällen verursachen», heisst es in der Beantwortung.
Gleichzeitig werde die Polizei vermehrt bei Aufgaben wie etwa Hilfeleistungen bei Unglücksfällen, Vermisstensuchen, Überwachung des Verkehrs sowie Aufträge von Verwaltungsorganen und Gerichten beansprucht.