St. Gallen richtet Förderung der darstellenden Künste neu aus
Mit einer neuen Ausschreibung will der Kanton St. Gallen professionelle Strukturen und stabile Rahmenbedingungen im Bereich der darstellenden Künste schaffen. Er reagiert damit auf die Ergebnisse einer externen Analyse.
Vor rund zehn Jahren habe das St. Galler Kantonsparlament erstmals eine Mehrjahresförderung für eine Theatergruppe bewilligt, schreibt der Kanton in einer Mitteilung vom Freitag. Seither seien vier St. Galler Gruppen in unregelmässigen Abständen mit Beiträgen aus dem Lotteriefonds unterstützt und so die Arbeit freischaffender Ensembles gestärkt worden.
Die Rahmenbedingungen im Kulturbereich hätten sich in den vergangenen Jahren jedoch «insbesondere in den Sparten Tanz, Theater und zeitgenössischer Zirkus» deutlich verändert, heisst es weiter.
Kanton evaluierte bisherige Förderpraxis
Wie aus der Mitteilung hervorgeht, liess die Abteilung Kulturförderung deshalb die bisherige Förderpraxis extern evaluieren. Die Analyse zeige in zwei Bereichen Handlungsbedarf auf: Die bisherigen Förderbeiträge deckten die gestiegenen Lohn- und Sozialkosten nicht mehr ausreichend. Eine Verpflichtung zur regelmässigen Produktion lasse den Gruppen ausserdem zu wenig Raum für Recherche, Entwicklung und Auswertung.
Mit der Neuausrichtung will der Kanton auf die veränderten Bedingungen reagieren: «Die Anpassungen erhöhen die Planungssicherheit der Gruppen und schaffen bessere Voraussetzungen, um professionelle Arbeitsstrukturen langfristig zu sichern und weiterzuentwickeln.» Gleichzeitig würde die Förderpraxis zeitgemäss ausgerichtet und die professionelle Kulturszene im Kanton St. Gallen nachhaltig gestärkt.
Unabhängige Jury beurteilt Gesuche
Gemäss Mitteilung erfolgt die Ausschreibung der Mehrjahresförderung alle drei Jahre. Pro Ausschreibungsrunde stehen insgesamt 840'000 Franken zur Verfügung. Unterstützt werden sowohl etablierte Gruppen als auch Nachwuchsformationen.