Spöl soll ab 2024 saniert werden
Im Nationalpark befindet sich der Fluss Spöl. Dieser ist mit Polychlorierten Biphenylen (PCB) belastet. Nun werden die Belastungen auf der gesamten Strecke des Oberen Spöl genauer erfasst, wie es in einer Mitteilung heisst. Um dieses Projekt anzugehen, soll das vor dem Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartement Graubünden hängige Beschwerdeverfahren zur Sanierungsverfügung bis Ende 2022 sistiert werden.
Im September 2016 liess die Engadiner Kraftwerke AG (EKW) Korrosionsschutzarbeiten durch eine spezialisierte Firma an der Staumauer Punt dal Gall oberhalb Zernez ausführen. Bei diesen, durch eine Drittfirma durchgeführten Arbeiten, gelangten durch ein Leck in der Baustellenabdichtung feine Partikel eines Rostschutzanstrichs ins Innere der Staumauer und von dort aus weiter in den im Schweizerischen Nationalpark gelegenen Spöl. EKW-Mitarbeitende erkannten dies bei einer Kontrolle und meldeten es umgehend dem Amt für Natur und Umwelt (ANU).
In der Folge zeigten Messungen des ANU, dass die Sedimente des Oberen Spöl über eine Strecke von mehreren Kilometern mit giftigen PCB belastet sind. Das besonders stark belastete, 60 Meter lange Tosbecken direkt unter der Staumauer wurde im Jahr 2017 erfolgreich saniert. Umstritten blieb jedoch, ob und wie der darunterliegende, 5,6 Kilometer lange Flusslauf des Oberen Spöl saniert werden soll und wer die Kosten dafür trägt.
Das ANU erliess am 12. Februar 2021 eine Verfügung und verpflichtete EKW zur Sanierung eines Teils der belasteten Strecke des Oberen Spöl. Gegen diese Sanierungsverfügung erhoben der Schweizerische Nationalpark, drei Umweltverbände sowie EKW aus je unterschiedlichen Gründen selbst Beschwerde an das Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartement (EKUD). Bis zu einem gültigen Urteil würden Jahre vergehen – und selbst dann wäre möglicherweise nicht sicher, wie saniert würde.