Spanien und Kap Verde weiter, Uruguay scheitert
Spanien sichert sich mit dem 1:0 gegen Uruguay den Gruppensieg und schickt die Südamerikaner vorzeitig nach Hause. Der 2. Platz der Gruppe H geht an das erstaunliche Kap Verde.
Die Spanier mussten einiges einstecken für den Sieg im mexikanischen Zapopan. Uruguay ging mit dem blamablen Ausscheiden vor Augen wiederholt unzimperlich in die Zweikämpfe. Einen Platzverweis gegen den zweifachen Weltmeister hätte es schon früher geben können als in der 95. Minute, als der mehrfach negativ aufgefallene Agustin Canobbio vorzeitig in die Kabine musste. Spielerisch brachte Uruguay wenig zustande, egal wie hart die Spieler in die Duelle gingen und wie radikal Nationalcoach Marcelo Bielsa wechselte. Der Treffer von Alex Baena in der 42. Minute blieb der einzige der Partie. Ihm ging ein grosser Patzer von Uruguays Goalie Fernando Muslera voraus.
Dem 70-jährigen Marcelo Bielsa, der schon Argentinien (2002) und Chile (2010) an Weltmeisterschaften geführt hatte, war in den letzten Tagen offenbar die Kontrolle über das Team entglitten, so berichteten die heimischen Medien. Erfahrene Spieler hatten nach den beiden Unentschieden gegen Saudi-Arabien und Kap Verde eine Aussprache mit dem Argentinier verlangt.
Was auch immer besprochen wurde, der als dickköpfig bekannte Bielsa liess sich nicht dreinreden. Seine Personalwahl war gegen Spanien erstaunlich: Muslera musste in seinem 19. WM-Spiel zur Pause seinem Ersatz Sergio Rochet Platz machen, und Captain Federico Valverde wurde nach weniger als einer Stunde ebenfalls ausgewechselt. Bitter war das abrupte Ende vor allem für den 40-jährigen Muslera, der extra für diese WM ins Nationalteam zurückgekehrt war und bereits gegen Kap Verde einen Treffer verschuldet hatte.
Spanien schaffte trotz einer mittelmässigen Vorstellung gegen Uruguay souverän den Gruppensieg und wird von Kap Verde in die Sechzehntelfinals begleitet. Dem westafrikanischen WM-Neuling reichte ein torloses Remis gegen Saudi-Arabien zum Weiterkommen. Für Saudi-Arabien geht das Warten auf die zweite WM-K.o.-Runde nach 1994 weiter.
Spanien setzt seinen Weg in den Sechzehntelfinals entweder gegen Österreich oder Algerien fort, während Kap Verde den Weltmeister Argentinien fordert.