SP will mit Seiler Graf und Galladé in den Zürcher Regierungsrat
Die SP hat am Samstag Priska Seiler Graf und Nicolas Galladé für den Regierungsrat nominiert. Eine Diskussion fand nicht statt, die beiden sind nach Ansicht der Findungskommission breit wählbar.
Seiler Graf und Galladé waren die einzigen Kandidierenden. Bis zum Ende der Frist gingen keine weiteren Kandidaturen ein, es gab am Samstag auch keine Wortmeldungen. Die Delegierten nominierten die Nationalrätin und den Winterthurer Stadtrat in Pfäffikon mit klarem Mehr, bei zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung.
Die Wahl entsprach dem Vorschlag der Findungskommission. Einen Antrag auf geheime Wahl verwarfen die Delegierten zuvor deutlich. Kritische Voten in demokratischem Rahmen könnten auch während der Diskussion geäussert werden, sagte Co-Präsidentin Michèle Dünki-Bättig.
Sie zeigte sich überzeugt, dass die SP mit den beiden Kandierenden wieder zwei Sitze im Regierungsrat holen könne. Beide hätten grosse Bekanntheit und viel politische Erfahrung. «Sie verfügen über innerparteiliche Akzeptanz und Verankerung», so Dünki-Bättig. Beide könnten aber auch über die Stammwählerschaft hinaus Leute ansprechen.
Seitenhieb gegen Jositsch
Noch-Regierungsrätin Jacqueline Fehr konnte sich in einer zurückhaltenden Rede einen Seitenhieb gegen Ständerat Daniel Jositsch nicht verkneifen. «Wir sind kein Wahlverein, das haben wir kürzlich gezeigt. Und wir nominieren Leute, welche die Partei nicht als Wahlverein missbrauchen», sagte sie, ohne Jositschs Namen zu nennen.
Galladé ist seit 16 Jahren Sozialvorsteher in Winterthur. «Die Regierung sollte mehr Gestaltungswillen zeigen», sagte er. Vor allem die Themen, die den Leuten Sorgen machten, etwa Wohnen oder steigende Krankenkassenprämien, solle die Regierung aktiver angehen, meinte der 51-Jährige.
Seiler Graf ist seit 2015 Nationalrätin. Von 2010 bis 2020 war sie Stadträtin in Kloten und von 2005 bis 2015 Kantonsrätin. Die 57-Jährige sagte am Samstag, dass sie die typische politische Ochsentour abgelegt habe.