Anna Vichery fliegt bei «The Voice of Germany» raus – gewinnt aber einen Auftritt in einer Samstagabend-Kiste
Es hagelt Applaus, als Anna Vichery zum Refrain ansetzt. Ihr Freund, der im Publikum sitzt, hat Tränen in den Augen. Trotzdem ist es für Vichery jetzt «Time to Say Goodbye». Zeit, sich bei der Gesangsshow «The Voice of Germany» zu verabschieden, die auf ProSieben und Sat.1 ausgestrahlt wird. In der ersten Runde überzeugte sie alle vier Coaches von sich, in der zweiten Runde, den sogenannten Battles, ist nun Schluss.
Jedes Talent musste sich in der ersten Runde für einen Coach entscheiden. Anna Vichery ging ins Team von Giovanni Zarrella, der mit der Band Bro'Sis in den Nullerjahren bekannt wurde. Bei den Battles müssen die Talente des Teams Zarrella in einem Gesangsduell gegeneinander antreten, um eine Runde weiterzukommen.
Anna Vichery aus Glarus Süd erhält einen starken Gegner, beziehungsweise gleich drei davon: Sie muss gegen das Trio von «Impulso Tenors» antreten. Mit den Gegnern hat Anna Vichery bereits gerechnet, da sie alle Klassik im Repertoir haben. «Anna ist eine typische Sopranistin, sie liebt Tenöre», scherzt Gegner Val. «Mit drei schönen Männern? Das mag die Sopranistin», sagt Anna Vichery und bricht in Lachen aus, das mehr nach Gesang klingt. «Eine Sopranistin und Tenöre, das ist flirty pur.»
Nicht die erste Wahl
Die Interpretation von Andrea Bocelli und Sarah Brightman von «Time to Say Goodbye» verlangt der Sängerin und den Sängern einiges ab. Vor allem, weil beide lieber ein anderes Lied gesungen hätten. «Ich habe meinem Freund gesagt: Bitte alles, nur nicht das», sagt Anna Vichery.
Das Lied ist ein harter Brocken, wie die Ausschnitte der Proben zeigen, die am Freitagabend ausgestrahlt wurden. «Es war ungelogen das komplizierteste Coaching von allen», sagt Giovanni Zarrella. «Es ist gemein, dass man bei Künstlern, die im Klassikgesang unterwegs sind, erwartet, dass die das direkt können. Ich hab bei Anna gemerkt, dass das nicht der Fall ist.» Schon die ersten Worte des italienischen Textes bereiten ihr Probleme. «Es ist zu viel Text und zu wenig Töne», sagt Vichery.