So sieht der «Steinbock» der RhB aus
Die neuen Flügeltriebzüge machen nicht nur optisch etwas her, sie ermöglichen neu auch den Halbstundentakt auf einspurigen Strecken ohne aufwendigen Streckenausbau, wie der Produzent Stadler in einer Mitteilung schreibt. Insgesamt baut Stadler für die RhB 36 solcher vierteiliger Züge – es handelt sich dabei um die grösste Beschaffung von neuem Rollmaterial in der Geschichte der RhB.
Das Prinzip des «Flügelns»
Beim Flügelzugbetrieb werden mehrteilige Züge unterwegs getrennt, was als «Flügeln» bezeichnet wird. Die beiden Teilzüge fahren zu verschiedenen Zielen weiter. In der Gegenrichtung werden die beiden Teile wieder vereint und fahren gemeinsam weiter. Um einen reibungslosen Flügelzugbetrieb zu gewährleisten, verfügen die «Capricorns» über automatische Kupplungen.
Die RhB plant den Einsatz der ersten neuen vierteiligen Züge auf der Strecke Landquart–Davos–Filisur ab Spätherbst 2019. Voraussichtlich 2021 wird dann mit dem Flügelzugbetrieb Landquart–Klosters–Davos/St. Moritz begonnen. Die Züge kommen auch in der Surselva zum Einsatz.
Merkmale der neuen Züge
Die vierteiligen Züge verfügen über 164 Sitzplätze, davon 35 in der 1. Klasse. Die Züge fahren mit einer Betriebsgeschwindigkeit von maximal 120 Stundenkilometern und sind auch auf Personen mit eingeschränkter Mobilität ausgerichtet. Drei der vier Wagen verfügen über einen Niederflureinstieg. Zudem ist der Zug mit einer behindertengerechten Toilette, Rollstuhlplätzen und taktilen Beschriftungen für Sehbehinderte ausgerüstet.