«Ein Bubentraum geht in Erfüllung»
Zunächst eine einfache Erklärung, was «Knuckle Huck» überhaupt ist. Diese Wettkampfart im Freeski- und Snowboard-Freestylesport feierte 2019 ebenfalls an den X-Games ihre Premiere. Die Teilnehmer müssen sich über die Table-Kante am Big-Air-Kicker katapultieren und mit möglichst kreativen Sprüngen punkten. Im Prinzip geht man damit zurück auf das Wesentliche der Snowboard- und Freeski-Kultur. Dieses Wettkampf-Format, bei dem es um Kreativität und Style geht, ist in kürzester Zeit zu einem sehr beliebten Format geworden. Moritz Boll möchte sich nun in dieser Szene einen Namen schaffen.
DZ: Moritz Boll, wie sind Sie mit Ihrer bisherigen Saison zufrieden?
Die Saison könnte besser, aber auch schlechter sein. Ich wurde einmal 11. und einmal 14. und verpasste dort den Final nur knapp. Allerdings bin ich eben erst von einer schweren Verletzung zurückgekommen (Oberarmbruch mit Nervenverletzung). Ich sehe, dass ich immer noch mithalten kann, und brauche nun möglichst viele Wettkämpfe, um wieder eine Routine aufbauen zu können. Denn zuvor konnte ich eineinhalb Jahre lang keine Wettbewerbe bestreiten. Da muss ich mich erst wieder an alles gewöhnen. Um mich optimal auf die Saison vorbereiten zu können, mietete ich eine Wohnung in Innsbruck (A), da ich dort regelmässig auf der Landing Bag trainieren kann.
Sie wurden zu den «X-Games» eingeladen in der noch jungen Disziplin «Snowboard Huckle Buck». Wie ist es dazu gekommen?
Ich hätte nie gedacht, dass es mit einer Einladung tatsächlich klappt. Denn die Teilnahme an den «X-Games» war schon von Kindesbeinen an ein grosser Traum von mir. Zunächst erhielt ich im letzten Jahr erst eine Instagram-Nachricht, dann eine Anfrage per Mail. Wegen meiner Verletzung musste ich aber absagen. Umso überraschter war ich, dass ich nun erneut eine Anfrage erhielt. Ich bin der erste Schweizer überhaupt, der für «Huckle Buck» eine Einladung erhalten hat.
Worauf freuen Sie sich besonders?
Ich freue mich, völlig neue Erfahrungen zu machen. Als ich ganz jung war, war Amerika die Snowboard-Destination schlechthin. Ich weiss nicht genau, was mich erwarten wird. Aber genau diese Unwissenheit schürt auch meine Vorfreude besonders. Zudem ist es eine grosse Ehre, dass ich mitfahren darf, denn es gibt nirgendwo so viel Publikum. Ich kann also auch etwas für meinen Namen tun.