Ex-Schülerin der Läderach-Schule sagt, sie sei von einem Lehrer vergewaltigt worden
Ganz neu sind die Anschuldigungen nicht. Sie wurden bereits Mitte 2022 im Bericht zur Untersuchung bekannt, welche die Christliche Schule Linth und die Evangelische Gemeinde Hof Oberkirch in Auftrag gegeben hatten. Darin wurden die Ereignisse in ihren Vorgängerorganisationen unter die Lupe genommen. Und schon im Schlussbericht zu dieser Untersuchung stand unter anderem, dass eine Schülerin in der damaligen christlichen Privatschule von einem Lehrer sexuell missbraucht worden sein soll. «Domino servite» – «Dienet dem Herrn» – hiess diese Schule damals noch, und die betroffene Schülerin erhob den Vorwurf anonym.
Jetzt sprach Kelly G., wie sie beim Schweizer Fernsehen SRF genannt wird, am Mittwochabend in der Sendung «10 vor 10» erstmals offen über ihre Erlebnisse an der Kaltbrunner Schule. Diese hatte der heute 62-jährige Ex-Patron des Glarner Chocolatiers Läderach mitgegründet. Die Zustände an dieser Schule wurden am 21. September im Dok-Film «Die evangelikale Welt der Läderachs» angeprangert.
Sie haben mich als Lügnerin hingestellt
Laut dem Bericht in «10 vor 10» wurde Kelly G. in Brasilien geboren und als Siebenjährige mit ihrem Bruder von einem Schweizer Paar adoptiert. Ab 1995 besuchte sie die evangelikale Privatschule im Hof Oberkirch in Kaltbrunn. Dort sei sie dann als Zwölfjährige von einem Lehrer vergewaltigt worden, der damals an der Schule unterrichtet habe, erzählt sie. Und dass sie das der Schulleitung gemeldet habe, doch: «Sie haben mich als Lügnerin hingestellt. Der Teufel sei in mir, ich hätte mir das alles nur ausgedacht.»