Sina Frei und Co. machen Nino Schurter vergessen
Mit dem dritten Cross-Country-Weltcupsieg von Sina Frei endet am Samstag die Mountainbike-Saison. Die Zürcherin macht im Schweizer Lager den Rücktritt von Nino Schurter vergessen. Aber nicht nur sie.
Es begann mit dem ersten Weltcupsieg beim Auftakt in Südkorea, gipfelte in EM- und WM-Gold und mündete in den Weltcupsiegen 2 und 3 im Cross-Country, den Podestplätzen 4 bis 6 der Saison, dem Disziplinensieg im Short Track und dem 2. Platz im Gesamtweltcup: Mit 29 Jahren ist Sina Frei dort angekommen, wo sie Experten seit den durchschlagenden Erfolgen als Juniorin und U23-Fahrerin schon früher gesehen haben.
«Es ist die perfekte Saison. Sie startet mit einem Sieg und endet mit einem Sieg im Regenbogentrikot. Ich bin stolz auf mich und mein Team», sagt Frei am Samstag in Lake Placid nach ihrem abschliessenden Sieg im Cross-Country-Rennen.
Tatsächlich hätte das Jahr für Frei kaum besser laufen können. In 14 der 20 Rennen, die sie 2026 auf der Weltbühne bestritt, stieg sie auf das Podest. Einzig im Gesamtweltcup stand ihr die Schwedin Jenny Rissveds vor der Sonne.
Dabei war nach dem Aufstieg aus der U23 im Jahr 2019 einiges an Geduld und Beharrlichkeit gefragt. Schon im zweiten Weltcuprennen bei der Elite kratzte Frei vor sieben Jahren in Nove Mesto als Vierte am ersten Podestplatz, danach dauerte es aber fünf Jahre, bis der Bann brach – zumindest im Weltcup. Das grosse Highlight in dieser Zeitspanne war Olympiasilber 2021 in Tokio, der historische Schweizer Dreifachtriumph mit Jolanda Neff und Linda Indergand.
Fünf Schweizerinnen in den Top 11
Zusammen mit Alessandra Keller (6. im Gesamtweltcup), Nicole Koller (7.) und Ronja Blöchlinger (8.) sorgte Frei für eine beeindruckende Schweizer Dichte an der Spitze des Frauen-Mountainbike-Sports. Eine, mit der man nur teilweise rechnen konnte angesichts der Tatsache, dass Jolanda Neff (11.) seit den aufgetretenen Atemproblemen vor zwei Jahren (noch) nicht wieder regelmässig ganz vorne mitmischt, Linda Indergand zurückgetreten ist und in den letzten Jahren mit wenigen Ausnahmen Alessandra Keller für die Glanzpunkte sorgte.