Sieben Niederlagen für den FCZ aus den letzten acht Spielen
Der FC Zürich schlittert weiter in die Krise. In Lausanne setzt es im ersten Spiel unter Interimstrainer Carlos Bernegger eine 0:3-Niederlage ab. Es ist die siebte Pleite aus den letzten acht Spielen.
Als das Spiel abgepfiffen ist, drischt Lindrit Kamberi den Ball mit der Hand wuchtig in den Lausanner Abendhimmel. Der Zürcher Verteidiger tut dies mit einer Vehemenz, die er und seine Teamkollegen in den vorangegangenen 90 Spielminuten komplett vermissen liessen. Nach einem blutleeren Auftritt der Gäste stand es bereits zur Pause 3:0 für die gastgebenden Lausanner.
Carlos Berneggers Personalrochaden fruchteten nicht – im Gegenteil. Der Interimstrainer schenkte im ersten Spiel unter seiner Führung Yanick Brecher das Vertrauen zwischen den Pfosten und gab dem langjährigen Stammgoalie, der seinen Status als Nummer 1 unter Denis Hediger an den zwölf Jahre jüngeren Silas Huber abtreten musste, auch gleich die Captainbinde.
«Im Training eine andere Mannschaft»
Brecher erlebte eine frustrierende Rückkehr auf den Platz. Er zeigte zwar einige gute Paraden. Doch das vorentscheidende zweite Gegentor hatte seinen Ursprung in einem Missverständnis zwischen ihm und dem jungen Innenverteidiger David Vujevic. Ein Spiegelbild der kompletten Saison war dann der dritte Gegentreffer. Vujevic, erst 19-jährig, lenkte einen eigentlich harmlosen Weitschuss von Jamie Roche unglücklich ins eigene Tor ab.
«Wir waren in allen Bereichen nicht gut. Es ist unerklärlich und schwierig, die richtigen Worte zu finden», sagte Yanick Brecher nach dem Spiel gegenüber SRF. Dabei habe man in den letzten zwei Wochen im Training eine andere Mannschaft gesehen. «Da war Feuer und Leben drin», so Brecher. «Heute haben wir es von der ersten Minute an nicht auf den Platz gebracht. Wir müssen uns alle an der eigenen Nase nehmen.»
Ins gleiche Horn stiess Interimstrainer Carlos Bernegger: «Wir haben unsere Fans einmal mehr enttäuscht. Wir müssen das Spiel nun gut verarbeiten und richtig analysieren. Es ist wichtig, dass wir seriös weiterarbeiten und fokussiert bleiben.» Schliesslich sei der Abstand zu den Grasshoppers immer noch der gleiche.