Selenskyj besorgt über US-Kurs Richtung Moskau
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich tief besorgt über eine mögliche Annäherung der USA an Russland geäussert.
«Sollten sich die USA an die Seite Russlands stellen, können wir nicht überdauern», sagte Selenskyj in einem Interview des Senders NBC zu den jüngsten Schritten von US-Präsident Donald Trump, wie etwa der Aussetzung von neuen Sanktionen oder dem Diesel-Deal mit dem Kreml. Ein Entzug der bisherigen US-Unterstützung für Kiew wäre «ein historischer Fehler, eine grosse Tragödie».
«Ich glaube, es wurden Schritte unternommen, um die Ukraine zur Kapitulation zu überreden», fügte er später in einem Bloomberg-Interview hinzu. «Ich sage nicht, dass dies das erklärte Ziel unserer Partner ist», erklärte er. «Ich möchte nicht glauben, dass unsere amerikanischen Partner glauben, dass der Krieg schneller beendet werden könnte – auf Kosten der Ukraine. Aber danach sieht es aus.»
Selenskyj klagte in beiden Interviews über die jüngsten Behinderungen der ukrainischen Kriegsführung gegen Russland durch die USA. In erster Linie sei die bisherige Nutzung des Starlink-Satellitennetzes eingeschränkt worden. «Das gibt den russischen Aggressoren weitere Unterstützung», sagte Selenskyj bei NBC. Die dadurch erfolgte Drosselung der Reichweite ukrainischer Gegenangriffe sehe er als beabsichtigt, als «Nachricht der US-Regierung».
Die US-Regierung teile inzwischen aber wieder Aufklärungsergebnisse mit der Ukraine, sagte Selenskyj. «Das war eine Zeit lang geblockt.» Allerdings seien in diesem Fall nur die Frühwarndaten für den Start ballistischer Raketen ausgefallen. Diese Überwachungsmöglichkeiten besitze nur das US-Militär. Der Informationsstopp aus Washington habe aber lediglich drei Tage in der vergangenen Woche betragen. «Inzwischen klappt das wieder.»