«Hands-on-Training» in der Chirurgie
Das Übungsspektrum reicht vom Anfertigen eines korrekten chirurgischen Knotens bis hin zur Durchführung einer Gallenblasenentfernung mittels minimalinvasiver Schlüssellochchirurgie.
Peter Vogelbach, Facharzt für Viszeralchirurgie und «Senior Consultant» am Kantonsspital Graubünden in Chur, ist seit der ersten Durchführung im Jahr 1984 dabei. Seit 2017 amtet er als Präsident der Stiftung für Gastroenterologische Chirurgie, die für die Organisation der Kurse verantwortlich ist. Vogelbach blickt zurück: «Der ‹Davos Course› entstand auf Initiative der Chirurgen Martin Allgöwer, Felix Harder und Thomas Rüedi in Anlehnung an die ‹AO Davos Courses›, in denen Operationstechniken zur Behandlung von Knochenbrüchen und -defekten trainiert werden. Die Kursteilnehmenden stammten anfangs aus dem deutschsprachigen Raum. Heutzutage kommen sie aus Nord- und Mitteleuropa. Regelmässig unterstützen wir Teilnehmende aus ärmeren Ländern mit Stipendien.»
Vogelbach schildert das Programm: «Es gibt neun Ausbildungsmodule auf verschiedenen Niveaus. Den Teilnehmenden stehen sechzig voll ausgestattete Arbeitsplätze zur Verfügung, die so in jedem Spital stehen könnten. Sie trainieren an eigens für den Kurs entwickelten Torsos, die den Bauchraum gut abbilden. Dafür erhalten wir organisches Material aus dem Schlachthof, zum Beispiel Schweinemägen und -lebern, Gallenblasen und vor allem Därme, um Magen-Darm-Nähte zu üben. Es wäre viel einfacher, nur einen Magen oder einen Darm auf den Tisch zu legen, aber wir versuchen, ein möglichst realistisches Bild zu schaffen. In der Bauchhöhle muss man unter beengten Verhältnissen arbeiten.