Sie arbeitet freiwillig beim Schweizerischen Roten Kreuz
von Lorena Tino
Elegante Kleidung, viel Energie und noch mehr Lebensfreude. Wenige Sekunden reichen, um diese drei Eigenschaften von Rosmarie Vetsch zu erkennen. Beim Schweizerischen Roten Kreuz (SRK) gilt sie als wahres Original. Seit 24 Jahren ist die heute 73-Jährige als Freiwillige im Fahrdienst für das SRK im Dienst. Von Beginn an bewies sie, dass man sich stets auf sie verlassen kann. «Ich war noch nie auf dem Arbeitsmarkt, so kam das gerade gelegen und ich konnte mich sinnvoll engagieren», dies ist nur ein Teil der Erzählung wie Rosmarie Vetsch zum SRK-Fahrdienst gekommen ist.
Schon bevor sie diesen Dienst antrat, sorgte sie sich um ihre Mitmenschen. So pflegte sie ihre Schwiegermutter und fuhr auch andere ihrer Mitmenschen regelmässig zu Arztterminen. So führte eines zum anderen und das Rote Kreuz holte Rosmarie Vetsch ins Boot. «So ein ‹Zättali› habe ich nach Hause bekommen, auf dem stand, dass sie mich haben wollen», weiss die freiwillige Helferin noch ganz genau. Die einzige Bedingung, die sie stellte: «Uns gibt es nur im Doppelpack». Sie und ihren Hund, der sie damals auf Schritt und Tritt begleitete.
Das schöne Herz im Cappuccinoschaum, der aufgetischt wird, lässt nichts anderes zu, als es zu fotografieren. Kurz bestaunen und weiter gehts. Während Rosmarie Vetsch spricht, ziert stets ein Lächeln ihr Gesicht. Sie strahlt. Rosmarie Vetsch ist zufrieden. Das spürt man. Die Dankbarkeit ist nahezu greifbar. Aufrichtig und ehrlich. Als Tochter einer Bauernfamilie wächst sie im Safiental auf. Ihre Familie machte allein schon einen grossen Teil des gesamten Orts Sculms aus. «Ich bin dort aufgewachsen, wo die Strasse aufhört. Mit kaltem Wasser, ohne Strom und mit Plumpsklos», nimmt Rosmarie Vetsch uns auf eine Zeitreise mit. Auch dabei stets mit einem Lächeln auf den Lippen. Doch das Leben als Landwirtin konnte sie sich für ihre eigene Zukunft nie vorstellen. «Nicht das Gelbe vom Ei», ist ihre Beschreibung für weniger tolle Dinge.