Schwitzen gegen die Hitze: Das kann die körpereigene Klimaanlage
Lästig, aber lebenswichtig: Schwitzen reguliert die Körpertemperatur. Wo Menschen besonders schwitzen, wie lange es dauert, bis man sich an die Hitze gewöhnt hat und was passiert, wenn die körpereigene Klimaanlage nicht mehr anspringt.
Der menschliche Körper verfügt über zwei bis vier Millionen Schweissdrüsen, wie das Universitätsspital Zürich (USZ) schrieb. Die meisten davon befinden sich mit einer Dichte von bis zu 370 pro Quadratzentimeter an den Fusssohlen. Einzig die Lippen und die Eichel des Mannes weisen keine Schweissdrüsen auf.
Klimaanlage des Körpers
Die Hauptfunktion des Schwitzens ist die Regulation der Körpertemperatur. Wenn die Flüssigkeit auf der Haut verdunstet, entzieht sie dem Körper Wärme und schützt ihn so vor Überhitzung. Pro Tag verdunstet mindestens ein halber Liter Schweiss. Dabei verliert der Körper nicht nur Flüssigkeit, sondern auch wichtige Salze, Magnesium und andere Elektrolyte.
Besonders bei Hitzewellen sind Kinder unter fünf Jahren, chronisch kranke und ältere Menschen gefährdet, so das USZ. Mit dem Alter nimmt die Funktionsfähigkeit der Schweissdrüsen ab. Bei anhaltender Hitze können die Drüsen zudem erschöpfen, was das Risiko einer Überhitzung erhöht.
Gemäss der deutschen Wissenschaftssendung «Quarks» kann sich der Körper an neue klimatische Bedingungen gewöhnen: In einer ungewohnt heissen und schwülen Umgebung schwitzt man zunächst stärker. Nach etwa drei Wochen hat sich der Körper dann akklimatisiert. Dabei lernt er auch zu sparen, denn akklimatisierter Schweiss enthält weniger Salz. Mit einem regelmässigen Saunabesuch können die Schweissdrüsen ebenfalls trainiert werden.
Ein Erbe der Evolution
Feuchte Hände bei Aufregung sind ein Überbleibsel aus der menschlichen Evolution, wie «Quarks» schreibt. Für die Vorfahren des Menschen war der Schweiss an den Händen nützlich, da er die Haut griffiger machte. Dies erleichterte beispielsweise die Flucht auf Bäume. Heute tritt diese Reaktion des Körpers oft in Stresssituationen wie bei einem Vorstellungsgespräch auf.