Schwierige WM-Entscheide nach Gala-Vorstellung
Nationaltrainer Jan Cadieux misst dem 6:1 gegen Tschechien im letzten Vorbereitungsspiel auf die Heim-WM keine allzu grosse Bedeutung zu. Hervorzuheben ist das gelungene Comeback von Sven Andrighetto.
Obwohl die Schweizer ohne die NHL-Stars Roman Josi, Nico Hischier, Timo Meier und Nino Niederreiter antraten, zeigten sie gegen die Tschechen eine beeindruckende Leistung. «Es gibt genug Reife in dieser Gruppe, wir wissen alle, dass es nur ein Vorbereitungsspiel ist», sieht Jan Cadieux die gelungene WM-Hautprobe pragmatisch. Die Leistung stufte er als «Charaktersieg» ein. «Wir wollten 60 Minuten mit dieser Intensität spielen und vor dem Tor hungriger sein. Es war zu sehen, dass die Mannschaft vom ersten Shift an bereit war.»
Noch vieles offen
Daran wollen die Schweizer an der Heim-WM anknüpfen. Zuvor gibt es für Cadieux und seinen Staff aber noch schwierige Entscheide zu treffen. Da Janis Moser von den Tampa Bay Lightning zum Team stösst, müssen noch drei Verteidiger weichen. Bei den Stürmern ist offen, ob Philipp Kurashev genügend fit ist. Je nachdem werden zwei oder drei Stürmer noch gestrichen. Cadieux ist froh, dass es ihm die Spieler schwer machen. «Das zeigt, dass wir bis jetzt die Richtigen ausgewählt haben. Ich schlief gestern Abend nicht viel, wir hatten noch ein langes Meeting darüber, wen wir heute sehen wollten.»
Zur Bekanntgabe des finalen WM-Kaders sagt Cadieux: «Noch vieles ist offen. Es ist gut möglich, dass wir bis Mittwoch warten – auch aus gesundheitlichen Gründen bei einigen Spielern.» Diskutiert werden müssten noch «zwei, drei Positionen». Eine Frage, die sich den Verantwortlichen stellt, ist, wer die Rolle als 13. und 14. Stürmer akzeptieren kann. Nach Möglichkeit möchte er es jenen, die es nicht schaffen, persönlich sagen. «Das ist die grösste Form des Respekts. Einige sind seit vier Wochen bei uns, die verdienen das», so Cadieux.
Andrighetto beeindruckt
Einer, der sich keine Sorgen um seinen Platz machen muss, ist Sven Andrighetto. Der Stürmer der ZSC Lions gab gegen die Tschechen nach der am 25. März erlittenen Gehirnerschütterung sein Comeback – und dies auf beeindruckende Art und Weise. Er steuerte je ein Tor und einen Assist zum Sieg bei. «Den Rhythmus muss ich schon noch etwas finden, aber ich fühlte mich körperlich gut», sagte Andrighetto. «Wäre ein Einsatz kritisch gewesen, hätte ich nicht gespielt. Ich war die ganze Woche bereit, wir wollten aber zu 100 Prozent auf Nummer sicher gehen.»