Schweizerinnen und Schweizer mit kritischem Selbstbild
Die Schweiz ist ein Land zufriedener und naturnaher Menschen. Eine Umfrage des Forschungsinstituts gfs.bern im Auftrag des «Beobachters» zeigt ein insgesamt kritisches Selbstbild, das Stärken im Innern und Schwächen auf der Weltbühne verortet.
Sicherheit, Natur und direkte Demokratie bilden für Schweizerinnen und Schweizer den Kern des Landes, wie aus der repräsentativen Umfrage hervorgeht. Insgesamt wurden dafür Anfang Mai 1024 Personen ab 16 Jahren in der deutschsprachigen, französischsprachigen und italienischsprachigen Schweiz online befragt.
Als wichtigste Aspekte für den nationalen Zusammenhalt gelten direkte Demokratie und Mitbestimmung, die 64 Prozent der Befragten nannten. Dieser Wert ist in der Deutschschweiz aber deutlich höher als in den anderen Sprachregionen. Am zweitmeisten wurden wirtschaftliche Stabilität und Wohlstand genannt.
Auf den dritten Platz schafften es Sicherheit und Rechtsstaatlichkeit, wie aus den am Freitag veröffentlichten Resultaten hervorgeht.
Naturnah und fleissig
Sich selbst bezeichneten Schweizerinnen und Schweizer derweil als naturnah lebend, bodenständig, fleissig und weltoffen. Eine grosse Mehrheit von 89 Prozent der Befragten war mit dem eigenen Leben «sehr» oder «eher zufrieden».
Die Zufriedenheit mit der aktuellen Lage der Schweiz fiel mit 72 Prozent etwas geringer aus und ist stärker von der Parteizugehörigkeit abhängig. Bei den vier im Parlament am stärksten vertretenen Parteien zeigten sich Anhängerinnen und Anhänger der SVP diesbezüglich am wenigsten zufrieden.
Verbunden mit der Schweiz zeigten sich 89 Prozent der Befragten. Am stärksten zeigte sich diese Verbundenheit in der italienischsprachigen Schweiz.
Ungleichheit und Polarisierung als Bedrohungen
Als grösste Trümpfe der Schweiz im internationalen Vergleich sahen die Befragten das politische System und die Demokratie, die Infrastruktur und den öffentlichen Verkehr sowie den Bereich Bildung und Forschung.