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Schweiz und Welt

Schweiz leicht favorisiert zum nächsten Meilenstein?

Agentur sda
02.07.2026, 05:30 Uhr

Mit dem Sechzehntelfinal gegen Algerien beginnt nun auch für die Schweiz die K.o.-Phase an der WM. Das Team von Trainer Murat Yakin hat in Vancouver die Chance, Geschichte zu schreiben.

Geschichte deshalb, weil die Schweiz an einer «modernen» Weltmeisterschaft noch nie ein K.o.-Spiel gewonnen hat. Schweizer Mannschaften entschieden zwar in der Frühzeit des globalen Turniers, 1934 gegen die Niederlande und 1938 gegen Nazi-Deutschland, Achtelfinals für sich. Doch damals gab es noch keine Gruppenphase. 1954 an der WM im eigenen Land schied die Schweiz in den Viertelfinals aus. In der jüngeren Vergangenheit, 1994, 2006, 2014, 2018 und 2022, musste sie bittere Achtelfinal-Niederlagen hinnehmen.

Das Überstehen der Sechzehntelfinals an der auf 48 Teams aufgestockten WM 2026 wäre der nächste Schritt auf dem Weg zum nächsten Meilenstein, dem Einzug in die Viertelfinals. An den letzten zwei Europameisterschaften ist bereits gelungen.

Schweiz leicht favorisiert

Die Schweiz tritt gegen Algerien am frühen Freitagmorgen Schweizer Zeit (5.00 Uhr) in Vancouver leicht favorisiert an – in jenem Stadion, in dem sie im letzten Gruppenspiel Co-Gastgeber Kanada 2:1 bezwungen hat. Die Mannschaft von Trainer Yakin hatte drei Tage mehr Pause als die Nordafrikaner, die grössere Erfahrung könnte ebenfalls ein entscheidender Faktor sein.

Die Algerier sehen die Schweiz als Kontrahent gleichwohl als Glücksfall. In den sozialen Medien verbreitete Bilder von Fans, die den späten Ausgleich von Österreich zum 3:3 im abschliessenden Gruppenspiel bejubelten, lassen jedenfalls darauf schliessen. Ohne diesen Gegentreffer hätten die Algerier gegen Spanien antreten müssen.

Aus statistischer Sicht befinden sich die Algerier in einer ähnlichen Situation wie die Schweiz. Auch sie streben ihren ersten Sieg in der K.o.-Phase einer WM an, auch sie müssen mit heftiger Kritik rechnen, sollten sie gegen einen Gegner verlieren, den alle im Land für schlagbar halten.

Yakin vs. Petkovic

Das Spiel Schweiz – Algerien ist auch das Duell zweier Trainer, die die Schweizer Fussballgeschichte geprägt haben: Murat Yakin und Vladimir Petkovic. «Es ist eine Gelegenheit, ‹Vlado› (Petkovic) wiederzusehen, den ich aus unserer gemeinsamen Zeit in der Schweiz kenne», sagte Yakin, der Algerien als «interessanten Gegner mit viel individueller Qualität» bezeichnet.

Die Schweizer müssen sich vorab vor einem Angriff in Acht nehmen, der nach wie vor von Riyad Mahrez angeführt wird. Der 35-jährige ehemalige Flügelspieler von Leicester City und Manchester City spielt mittlerweile für Al-Ahli in Saudi-Arabien. Er hat aber gegen Österreich mit seinen zwei Toren gezeigt, dass er noch immer viel zu bieten hat.

Die Schweiz kann auf ein Kader zählen, das jenem der Algerier überlegen scheint. Sie kann auf Granit Xhaka zählen, der zum 150. Mal das Nationaltrikot überstreifen wird. Auf Ricardo Rodriguez, Manuel Akanji und Remo Freuler, die eingeschworene Truppe um ihren Captain, die ein klares Ziel verfolgt. Auf Emporkömmling Johan Manzambi, der seinen Höhenflug fortsetzen will. Auf Torhüter Gregor Kobel, der sich vorgenommen hat, all jene, die seinem Vorgänger Yann Sommer nachtrauern, endgültig zum Schweigen zu bringen.

Die Mühen im Penaltyschiessen

Damit die Schweiz ihren Traum von der «besten Weltmeisterschaft ihrer Geschichte» weiterverfolgen kann, muss der in Zürich geborene Torhüter möglicherweise im Penaltyschiessen glänzen, in der Kurzentscheidung, die in dieser Woche bereits den Niederlanden und Deutschland zum Verhängnis geworden ist. Die Schweizer dürften genügend geübt haben, zumal sie mit Versuchen aus elf Metern zuletzt ihre liebe Mühe hatten. An grossen Turnieren haben sie von den letzten fünf Penaltyschiessen lediglich eines gewonnen, gegen Frankreich an der EM vor fünf Jahren.

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