Schulproteste gehen weiter – Macron ruft zur Mässigung auf
Die Schulproteste in Frankreich gehen auch nach den Grosskundgebungen vom Dienstag unvermindert weiter. Am Morgen kam es erneut zu einzelnen Blockadeaktionen an Gymnasien und Universitäten, darunter an der Pariser Elitehochschule Sciences Po.
528 Schulen blieben vorsorglich komplett oder teilweise geschlossen. Bildungsgewerkschaften riefen zu erneuten Demonstrationen am Donnerstag auf. Die jungen Leute fordern eine bessere Ausstattung der Schulen, mehr Lehrkräfte und bessere Lernbedingungen.
Unterdessen kündigte Innenminister Laurent Nuñez am Morgen an, dass der Einsatz von Blendgranaten durch die Polizeikräfte bei den Schülerprotesten ausgesetzt werde. Eine solche von Einsatzkräften in eine Schülergruppe abgefeuerte Granate hatte einem 15-Jährigen am Montag im nordfranzösischen Lens eine Hand abgerissen. Dies führte zu einer wachsenden Empörung über das rabiate Auftreten der Polizei und mutmassliche Polizeigewalt.
Macron ruft zur Mässigung bei Polizeieinsätzen auf
Präsident Emmanuel Macron habe in dem Zusammenhang bei einer Krisensitzung am Dienstagabend zur Mässigung aufgerufen, sagte der Innenminister im Interview des Senders RTL. Macron habe dazu aufgefordert, «auch Einfühlungsvermögen zu zeigen» und zu erläutern, dass die Polizei bei schweren Gewalttaten eingreift.
Es müsse aber vor allem deutlich gemacht werden, «dass es bei friedlichen Demonstrationen – einschliesslich solcher von Schülern vor ihren Schulen – keinen Grund für ein polizeiliches Eingreifen gibt, überhaupt keinen». Bislang hatte die Polizei auch Blockaden vor Schulen aufgelöst.