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Schweiz & Welt

MINT-Kompetenzen erweitert

Davoser Zeitung
25.10.2023, 17:00 Uhr
gestern um 12:16 Uhr

Hämmern, Fräsen, Programmieren, Konstruieren, Löten: Eine Woche lang konnten insgesamt rund 180 Schülerinnen und Schüler (3. bis 6. Klasse) anhand von problemorientierten Aufgabenstellungen aus ihrer Lebenswelt MINT-Inhalte entdecken. Angeleitet von Lernenden der beteiligten Betriebe sowie von Studierenden der Pädagogischen Hochschule Graubünden, probierten die Kinder und Jugendlichen aus, experimentierten und freuten sich am Schluss über ein selbst erarbeitetes Produkt. Die diesjährige Bündner MINT-Woche hat in der Ems Chemie, in der RhB, in der Keller Laser, in der Trumpf Schweiz AG, in der Hamilton und in der Lehrwerkstatt für Schreiner sowie im Informatik-Ausbildungszentrum in Samedan stattgefunden. An der PH Graubünden programmierten die Teilnehmenden anhand der Spielfelder, welche gemeinsam mit den Lernenden der Firmen entwickelt worden waren, einen Roboter so, dass er unterschied­liche Aufgabenstellungen aus dem Alltag der einzelnen Firma lösen konnte.

Verbindung von Wirtschaft und Schule

Die Bündner MINT-Woche (MINT-CAMPs GR) verbindet Wirtschaft und Schule: Lernende der beteiligten Bündner Unternehmen und Institutionen arbeiten eng mit Studierenden der PH Graubünden zusammen. Gemeinsam begeistern sie Kinder und Jugendliche für praktische Tätigkeiten und unterrichten die Schülerinnen und Schüler im Betrieb vor Ort.

Die angehenden Lehrpersonen erweitern im Rahmen dieser Kooperation anhand von Hands-on-Erfahrungen ihr fachliches, fachdidaktisches sowie pädagogisches Wissen, und die Lernenden der Betriebe geben ihr erworbenes Wissen an die Kinder und angehenden Lehrpersonen weiter. Nazifi Shkëlqim, angehender Polymechaniker im 4. Lehrjahr in der Trumpf Schweiz AG, beschreibt seine Erfahrungen mit den Worten: «Meine Erwartungen bezüglich dem Wissenstand der Kinder wurde bei Weitem übertroffen. Sie arbeiten sehr selbstständig und konzentriert. Ich schätze die Zusammenarbeit mit den Studierenden und würde gerne für einen Besuch ins Schulzimmer gehen und dort mein Wissen weiter­geben.»

«Ich erweitere mit meinem Einsatz ­meine fachlichen und fachdidaktischen Fähigkeiten und lerne aber auch, wie man den unterschiedlichen Arbeitstempi der Kinder gerecht werden kann. Wir Studierenden ziehen mit den Lernenden am gleichen Strang und lernen gegenseitig voneinander.» So beschreibt Pascale Mir aus Fanas, Studentin an der PH Graubünden im 1. Studienjahr, ihre wertvollen Erfahrungen, die sie während dieser Woche in Kooperation mit Lernenden und Mitstudierenden sammeln konnte.

Pädagogisch wertvolles MINT-Förder­programm im ausserschulischen Bereich

Die PH Graubünden hat die Bündner MINT-Woche im Jahr 2013 konzipiert und diese in den letzten Jahren mit der Bündner Wirtschaft gemeinsam erfolgreich weiterentwickelt. Das MINT-Förderprogramm wird von erfahrenen sowie angehenden Lehrpersonen geleitet, welche vom MINT-Team der PH Graubünden spezifisch dafür ausgebildet werden. Die enge Zusammenarbeit mit der Wirtschaft freut die Projektleiterin der PH Graubünden, Lilian Ladner: «Wir lernen von- und miteinander. Einerseits erweitern unsere Studierenden in Kooperation mit den Lernenden ihr fachliches Wissen, und andererseits werden die Future-Skills wie Kooperation, Kommunikation, Kreativität und kritisches Denken gefördert.»

Mailin (Fünftklässlerin aus Davos) zieht folgendes Fazit: «Ich habe gelernt, wie Maschinen im Allgemeinen und Laser im Speziellen funktionieren. Ich habe ausserdem an der PH Graubünden gelernt, wie man den Roboter so programmieren kann, dass man die Lastwagen der Firma Trumpf auf dem Spielfeld mit Material beladen kann.»

Wie weiter?

Gian-Paolo Curcio (Rektor der PH Graubünden) betont, dass die Bündner MINT-Woche als eine Massnahme bezüglich der Förderung der MINT-Fächer angesehen werden kann. «Mit diesem Angebot sprechen wir alle Schülerinnen und Schüler der Primarstufe an und ermöglichen ihnen eine neue Perspektive bezüglich der MINT-Fächer in der Schule und ihrer Anwendung in der Wirtschaft. Wenn der Fachkräftemangel im Kanton Graubünden angegangen werden soll, bedarf es aber einer breiteren, inhaltlich koordinierten Initiative, mit zusätzlichen Angeboten unter Einbezug möglichst aller Bildungsstufen sowie der Wirtschaft.»

Für die Bündner MINT-Woche: Lilian Ladner