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Schweiz & Welt

Der «Haifischzahn» bei Brienz/Brinzauls wird instabil 

Südostschweiz
15.12.2023, 07:47 Uhr
vor 14 Minuten

Die Geschwindigkeiten der Rutschung Berg nehmen seit Längerem zu. Grund sind der nasse Spätsommer und Herbst und vermutlich auch der frühe Wintereinbruch. Das geht aus einer Mitteilung der Gemeinde Brienz/Brinzauls vom Freitag hervor. Mit dem vielen Schnee und Regen der letzten Wochen ist die seit längerem aktive Zone im Bereich des Rücken Caltgeras nochmals stärker aktiv geworden. Es gibt aus diesem Bereich immer wieder kleinere Abbrüche. Sie stellen für das Dorf aber keine Gefahr dar. Der Schuttkegel aus dem Ereignis vom 15. Juni hat seine Geschwindigkeit seit dem Spätsommer kontinuierlich verlangsamt.

Auch die Rutschung Dorf zeigt die in der nassen und kalten Jahreszeit die gewohnten Geschwindigkeitszunahmen.  In den kommenden Tagen und Wochen ist weiterhin mit Blockschlag und Felsstürzen aus dem Rücken Caltgeras in die Geröllhalde ob Brienz/Brinzauls zu rechnen. Dabei kann es auch zu einem etwas grösseren Abbruch von mehreren zehntausenden Kubikmetern kommen. Für das Dorf besteht aber keine Gefährdung; dafür ist das Volumen dieser aktiven Zone laut Mitteilung zu klein.

Aktuelle Geschwindigkeiten

Plateau: gut 2,7 Meter/Jahr | zunehmend
Front: gut 3,6 Meter/Jahr | zunehmend
West: gut 4,5 Meter/Jahr | zunehmend
Insel Ost: 2,2 Meter/Jahr | zunehmend
Rücken Caltgeras: 1,9 Meter/Jahr | zunehmend
Rutschung Dorf: 1,25 Meter/Jahr | zunehmend

Bei Abbruch: Keine Gefahr für das Dorf

Der von Brienz/Brinzauls aus gut sichtbare «Mittagsplatz» im Bereich «Front» wird immer instabiler. Durch die markante Felsspitze – sie wird im Volksmund auch «Haifischzahn» genannt – besteht schon länger ein Riss. Dieser hat sich im Sommer und Herbst deutlich vergrössert. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass schätzungsweise 60‘000 Kubikmeter aus Dolomitgestein ganz oder in Teilen abstürzen.

Der Frühwarndienst beobachtet die weitere Entwicklung. Sollte es zu einem Abbruch kommen, besteht für das Dorf Brienz/Brinzauls allerdings keine Gefahr. Die Fachleute gehen davon aus, dass der «Haifischzahn» in Blöcke von nicht mehr als 60 Kubikmetern auseinanderbrechen wird. Sie werden in der Geröllhalde liegenbleiben. (red)