Russisches Ministerium bestellt deutschen Botschafter ein
Der deutsche Botschafter Alexander Graf Lambsdorff ist am Montagmorgen ins russische Aussenministerium einbestellt worden. Lambsdorff sollte sich dort wegen angeblicher Kontakte von deutschen Politikern zu Terrororganisationen einfinden, wie seine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Moskau sagte.
Als Hintergrund für die Einbestellung nannte das Ministerium in Moskau ein angebliches Treffen des christdemokratischen deutschen Parlamentsabgeordneten Roderich Kiesewetter in Kiew mit dem von Russland als Terrorist zur Fahndung ausgeschriebenen Tschetschenen Achmed Sakajew.
Das Auswärtige Amt in Berlin – Deutschlands Aussenministerium – nannte die Einbestellung des Botschafters eine «völlig haltlose Massnahme». Die russischen Vorwürfe, die geäussert würden, seien völlig unbegründet, sagte eine Ministeriumssprecherin.
Kiesewetter hatte die Ukraine Mitte des Monats besucht. Nach Darstellung des russischen Aussenministeriums soll er dort den Anführer der in Russland verbotenen Terrororganisation «Tschetschenische Republik Itschkeria» getroffen haben. Das sei ein Beweis dafür, dass sich Deutschland in die inneren Angelegenheiten Russlands einmische.
Lambsdorff vor russlandfeindlichen Schritten gewarnt
Lambsdorff sei vor den «verhängnisvollen Folgen solcher Handlungen gewarnt» worden. «Russlandfeindliche Schritte werden unweigerlich die gebührende Gegenwehr erfahren», heisst es in der Mitteilung weiter.
Kiesewetter ist zu dem angeblichen Treffen angefragt.
Lambsdorff hatte vor dem Termin im Ministerium seiner Sprecherin zufolge gesagt: «Der Einbestellung werde ich selbstverständlich Folge leisten. Ich halte es für unwahrscheinlich, dass die russische Seite ihre Vorwürfe belegen kann.» Weitere Informationen werde es nach dem Termin im Ministerium geben. Die deutsch-russischen Beziehungen sind seit Jahren sehr stark angespannt.
Tschetschenische Separatisten an der Seite ukrainischer Streitkräfte