Dreifach-Triumph der Glarner Schwinger – im Alphornblasen
von Jakob Heer
Der Nordostschweizer Schwingerverband ist einer von fünf Schweizer Teilverbänden, die dem Eidgenössischen Schwingerverband angehören. Neben dem Nordostschweizer Verband (NOSV) gibt es noch die Teilverbände Inner-, Nordwest- und Südwestschweiz sowie den Kanton Bern, der einen eigenen Teilverband bildet. Die Gründung des NOSV geht ins Jahr 1893 zurück und fand zwei Jahre vor der Gründung des Eidgenössischen Schwingerverbandes statt.
Am 26. Februar 1893 gründeten einige initiative Männer im Restaurant «Weisser Wind» in Zürich den NOSV. Diesem ersten Schwingerverband gehörten die Kantone Zürich, St. Gallen, Aargau, Thurgau, Appenzell, Graubünden, Glarus und Basel an. Mit der Gründung des Nordwestschweizer Schwingerverbandes 1899 wechselten Aargau und Basel (richtigerweise) den Verband.
Dennoch fand 1899 das Nordostschweizer Schwingfest in Baden statt. Obwohl der Kanton Glarus von Beginn an zum NOSV gehörte, dauerte es bis zur Gründung des Glarner Schwingerverband bis 1904. Inititalzündung dafür war das Nordostschweizer Schwingfest (NOS), das der NOSV 1904 nach Glarus vergeben hatte. Denn an einem NOS durften nur Mitglieder eines Schwingklubs teilnehmen. Und ohne Klub hätten die Glarner am Heimwettkampf gemäss Statuten gar nicht mittun dürfen. Der kantonale Schwingerverband hiess damals noch Glarner Schwingklub. Der offizielle Eintritt des Glarner Verbandes in den NOSV erfolgte dann 1912.
Eröffnung mit Böllerschüssen
Das erste Nordostschweizer Schwingfest im Glarnerland ging am 4. Juni 1905 bei prächtigem Festwetter auf Erlen in Glarus über die Bühne. Eröffnet wurde das Fest am Sonntagmorgen um 6 Uhr mit Böllerschüssen. Anwesend waren annähernd 300 Schwinger. Damals gehörten noch Disziplinen wie Hochweitsprung, Weitsprung, Steinstossen, Fahnenschwingen, Jodeln und Alphornblasen zum Wettkampf.