Rita Muggli über den Kontakt mit dem Jenseits: Was die Verstorbenen uns mitteilen
Von Cindy Ziegler
Als Rita Muggli fünf Jahre alt ist, sieht sie zum ersten Mal einen Geist. Ein Mann steht in der Küche. Sie erblickt nur seine dunklen Umrisse und fürchtet sich. Sie schreit. Ihre Eltern tun das damals als kindliche Fantasie ab. Und das kleine Mädchen verschliesst sich vor der anderen Welt. Der geistlichen Welt. Dem Jenseits, wie es die erwachsene Frau heute nennt.
«Ich spüre, wenn sie sich bemerkbar machen»
«Ich nenne sie eigentlich auch nicht Geister. Sondern die Verstorbenen. Oder die Jenseitigen. Ich spüre sie, wenn sie sich bemerkbar machen. Ich nehme sie über meine Sinne energetisch wahr. Manchmal sehe ich sie, manchmal spüre ich sie. Höre sie. Oder rieche und schmecke sie sogar.» Rita Muggli sitzt in ihrem Praxisraum, in dem sie ihre medialen Sitzungen anbietet. Überall im Raum sind Engelfiguren zu entdecken. Traumfänger. Farbige Bilder und Tücher. Vor über 20 Jahren liess sich die Churerin in England zum Medium ausbilden. Heute würden ihr die Jenseitigen keine Angst mehr machen. Im Gegenteil. Schuld daran – im positiven Sinne – sei ihr Vater. «Ich war das zehnte von elf Kindern. Vieles lief nicht rund. Meine Eltern sind recht früh gestorben», erzählt Rita Muggli.
Eine Versöhnungauf der Seelenebene
Nach dem Tod ihres Vaters habe sie oft seine Augen gesehen. «Das wollte ich aber gar nicht. Denn mit seinem Blick gab er mir als Kind oft zu verstehen, was ich nicht tun darf. Zu dieser Zeit hatte ich oft Albträume, in denen ich lebendig begraben wurde. Da ich damals häufig und unfreiwillig mit dem Tod konfrontiert war, begann ich, mich mit dem Sterben zu beschäftigen.» Als erstes Buch habe sie jenes der Sterbeforscherin Elisabeth Kübler-Ross gelesen. Irgendwann wurden die Zeichen von Rita Mugglis Vater deutlicher. «Ich habe ihn dann auch gerochen.» Zeitgleich sah sie im Fernsehen die Arbeit eines englischen Mediums. «Das hat mich reingezogen und ich besuchte selbst eines in Basel. In dieser Sitzung hat sich mein Vater gemeldet. Das war sehr schön. Versöhnlich auf der Herzens- und der Seelenebene», sagt sie und faltet die Hände, die zuvor unruhig die Worte untermalten.