Richtige Medizin für krankes Gesundheitswesen gesucht
Was für ein Kontrast: In Wattwil kamen Ende November rund 800 Personen, im Oberstufenschulhaus Haslen in Uznach gestern rund 40 – mehrheitlich Kantonsräte, Gemeindevertreter und ein paar weitere Politinteressierte. Anlass war zweimal derselbe. Ein Gespräch der Regierung mit der Bevölkerung zur Zukunft der St. Galler Spitäler.
Es drohen massive Defizite
Der Grund für das massiv unterschiedlich hohe Interesse ist klar: Das Spital Wattwil ist eines von fünf im Kanton, deren Zukunft unsicher ist. Nicht zur Debatte stehen dagegen das Spital Linth in Uznach, das Kantonsspital St. Gallen und diejenigen in Grabs und Wil. In Uznach wurden ab 2006 bereits 30 Millionen Franken investiert. Aktuell läuft die zweite Bauetappe für rund 100 Millionen. In Wattwil und Altstätten hat der Verwaltungsrat der St. Galler Spitalverbunde unter dem neuen Präsidenten Felix Sennhauser dagegen eine Denkpause verordnet. Und Baupläne für rund 170 Millionen auf Eis gelegt (diese Zeitung berichtete). Dies, obwohl sie Teil eines 800-Mio.-Pakets sind, das die St. Galler Bevölkerung 2014 abgesegnet hat. Die Denkpause sorgte für gehörig Aufruhr in Politik und Bevölkerung – insbesondere in den betroffenen Regionen. Hintergrund: Laut Verwaltungsrat drohen den Spitalverbunden – ohne Gegenmassnahmen – ab 2023 jährliche Defizite von über 70 Millionen. «Unser Gesundheitswesen ist selber krank», bilanzierte Sennhauser gestern Abend.