Revolution auf vier Rädern – nicht ohne Nebengeräusche
Die Formel 1 erfindet sich neu. Die Autos werden ab dieser Saison kleiner, leichter und umweltfreundlicher. Der radikale Umbruch schafft so viele Unbekannte wie lange nicht mehr – das birgt Gefahren.
Die Formel 1 ist so spannend wie seit Jahren nicht mehr, die Zeiten der Eintönigkeit sind vorbei. Die globale Unterhaltungsmaschine zieht Hunderte Millionen Fans rund um den Globus in ihren Bann und erreicht dank neuer Vermarktungsstrategien wieder ein deutlich jüngeres Publikum.
Seit der Übernahme durch das amerikanische Unternehmen Liberty Media im Jahr 2017 hat sich die Rennserie zu einer weltweit anerkannten Milliardenmarke entwickelt. Im vergangenen Geschäftsjahr stieg der Umsatz um 14 Prozent auf 3,873 Milliarden Dollar. Auch der Gewinn nach Abschreibungen erreichte mit 632 Millionen Dollar einen Rekordwert.
Trotz des anhaltenden Booms unterzieht sich die Formel 1 einem Facelifting und rüstet sich mit einer Nachhaltigkeitsoffensive für die Zukunft. Mit den umfassendsten Reglementsänderungen ihrer jüngeren Grand-Prix-Geschichte reagiert die Rennserie nicht nur auf aktuelle gesellschaftliche Erwartungen, sondern macht sich auch für neue Hersteller interessant. So übernahm Audi den in Hinwil ansässigen Rennstall Sauber, während Cadillac in dieser Saison als elftes Team debütiert.
Zu viel, zu kompliziert?
Im Zentrum der radikalen Umwälzungen im Reglement steht der Motor. Neu kommt fast die Hälfte der 1000 PS aus einem Elektroantrieb, während der Verbrennungsmotor ausschliesslich mit nachhaltig produziertem Sprit läuft. Die Reform ist für die Königsklasse des Motorsports ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum ehrgeizigen Ziel, ab 2030 klimaneutral unterwegs zu sein, und stellt dabei nicht nur die Fahrer und ihre Teams, sondern auch die Fans vor eine Bewährungsprobe.