Rettungsaktion für den Buckelwal wird fortgesetzt
Wird die privat organisierte Rettungsaktion für den vor der Insel Poel gestrandeten Buckelwal Erfolg haben? Rasche Klarheit darüber gibt es wohl nicht. Die Vorbereitungen einschliesslich einer vorsichtigen äusserlichen Untersuchung wurden gestern Nachmittag unterbrochen, um dem Tier Ruhe zu gönnen.
Wie soll es jetzt weitergehen?
Ein Konvoi aus mehreren Lastwagen hatte am Donnerstag Material in den kleinen Hafen von Kirchdorf auf der Insel Poel gebracht. Darunter befinden sich zwei Pontons, die eine wichtige Rolle bei dem Vorhaben spielen sollen. Details der Aktion sind nicht bekannt. Klar ist aber, dass die Helfer versuchen wollen, das tonnenschwere Tier mit Luftkissen anzuheben. Weil der Buckelwal aber seit mehr als zwei Wochen auf dem Grund festliegt, muss zunächst Meeresboden unter ihm weggespült werden.
Der Wal soll dann auf einer Plane zwischen zwei Pontons gelagert werden. Wenn alles gut geht, kann ein Schlepper damit beginnen, die empfindliche Fracht in die tiefere Ostsee und dann durch Kattegat und Skagerrak in die Nordsee und dann in den Atlantik zu ziehen. Dort könnte das Tier im besten Fall in die Freiheit entlassen werden.
Wie geht es dem Tier?
Alle Experten gehen davon aus, dass der Wal stark geschwächt und schwer krank ist. Ein Walexperte und zwei Tiermedizinerinnen nahmen am Donnerstag vorsichtig Kontakt zu ihm auf und stellten fest, dass er auf Ansprache reagiert, wie die Sprecherin der Rettungsaktion sagte. Sein Blasrohr sei intakt, an ihm seien keine Entzündungszeichen zu erkennen. Aufregung zeige der Meeressäuger nicht.
Wer steckt hinter der Operation?
Hinter dem Rettungsversuch steht eine private Initiative um Mediamarkt-Gründer Walter Gunz und Unternehmerin Karin Walter-Mommert, die aus dem Pferdesport bekannt ist. Sie finanzieren und organisieren die Aktion mit Einverständnis der Behörden in Mecklenburg-Vorpommern.